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Mit 50 Chamäleons unter einem Dach

Schmitten Kornelia Schüler liebt ihre Tiere.

Sie küsst sie, spricht sanft Worte wie «Du bist so ein Schöner» und schmiegt sie an ihre Wange. Dabei sind ihre Lieblinge alles andere als Kuscheltiere.

50 Chamäleons leben mit Familie Schüler in Schmitten im Hochtaunuskreis unter einem Dach. Seit sieben Jahren werden diese Tiere mit der wandlungsfähigen Haut in dem Einfamilienhaus gezüchtet. Sie heißen zum Beispiel Santander, Fieps oder Solea.

«Jedes hat seinen eigenen Charakter», schwärmt Schüler und zeigt die «Mädchen-WG»: Vier grüne Chamäleon-Damen namens Selina, Orangina, Rianna und Saphira sitzen auf Ästen in einem großen Terrarium im Wohnzimmer und lassen sich nacheinander von ihrer Besitzerin auf die Hand nehmen. Sie erzählt, dass die Tiere mit zwei Fliegen oder Heuschrecken täglich eigentlich zu viel Futter bekämen. Selina habe ihren dicken Bauch jedoch, weil sie tragend sei.

Der Chamäleon-Nachwuchs wird bei Familie Schüler im «Kinderzimmer» im Untergeschoss des Hauses aufgezogen. Dort liegen bereits 19 Eier von Selina in den zwei Brutkästen, insgesamt bleiben sie dort acht Monate. Dann schlüpfen die nur wenige Millimeter große Jungen. «Die kleinen Würmchen sind schon fix und fertig. Sie können bereits als Neugeborene laufen und kleine Fliegen fangen», erzählt die Züchterin. Im Raum nebenan hat sie das Futter für die Echsen: Fliegen und Heuschrecken. Chamäleons fressen nur lebendiges Futter. Am Anfang war das ein Problem für Schüler, mittlerweile macht ihr das nichts mehr aus.

Routiniert holt sie eine Heuschrecke aus einem Behälter und hält das Tier wenige Zentimeter vor ein Chamäleon-Baby. Mit großen Augen fixiert es sein Futter, öffnet langsam das Maul, streckt die Zunge ein Stückchen nach vorne. Dann schnappt es sich blitzschnell die Heuschrecke und schluckt sie in einem herunter.

Dieses Chamäleon wird bald seinen Besitzer wechseln, denn die Nachzucht wird im Alter von sechs bis acht Wochen stets verkauft. Sehr zum Leidwesen der Züchterin. «Ich hänge an jedem einzelnen Tier», sagt sie. Die Käufer kommen aus ganz Deutschland, zwei Chamäleons wurden nach Spanien verkauft.

Besonders begehrt sind derzeit Teppich-Chamäleons. Sie haben ihren Namen, weil ihre Haut ein teppich-ähnliches Muster annehmen kann. «Davon gibt es derzeit nicht viele», erklärt Schüler, die ihre Leidenschaft für diese «süßen und faszinierenden Tiere» mit ihrer Tochter Nadine teilt. Vor sieben Jahren gingen die beiden in eine Zoohandlung, um ein Chamäleon zu kaufen. Weil noch zwei andere «so süß» waren, kauften sie alle drei. Zu Hause zeigte sich schnell, dass eines der angeblichen Männchen eine Chamäleon-Dame war. Sie legte Eier und damit den Grundstock für die hauseigene Zucht.

Seitdem verbringt Schüler viel Zeit mit ihren Lieblingen. Gerne setzt sie sich beim Kaffee trinken neben eines der im ganzen Haus verteilten Terrarien und schaut den Reptilien zu. Einmal am Tag wird gefüttert und der Kot aufgesammelt, zweimal täglich müssen die Pflanzen in den vielen Terrarien besprüht werden. Die Babys werden außerdem mit einer Pipette getränkt. «Leider leben Chamäleons nicht lange, sondern werden nur zwei bis drei Jahre alt», erzählt Schüler über die Tiere mit der schnellen Zunge, die sie zärtlich «Schlabberzungen» nennt.

Weitere Infos: www.chamterra.de

dpa-infocom


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