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Frettchen sind Raubtiere fürs Wohnzimmer

Berlin Frettchen dabei zuzuschauen, wie sie herumtollen und sich durch Röhren in ihren Käfigen schlängeln, macht einfach Spaß.

Allerdings ist es gar nicht so einfach, die pelzigen Vierbeiner artgerecht zu halten.

Ursprünglich wurde die domestizierte Form des Iltis vor allem für die Jagd gezüchtet. «Schon vor Jahrhunderten wurden sie dafür benutzt, um beispielsweise Kaninchen aus dem Bau zu treiben», erläutert Prof. Michael Fehr von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Im Laufe der Zeit hätten sich dann verschiedene Zuchtformen herausgebildet: Von Albinos bis zum zimtfarbenen Siam gibt es unterschiedliche Farbschläge und Haartypen beim Fell der Tiere. Sie gehören zu den Marderartigen und können bis zu 50 Zentimeter lang und acht Jahre alt werden.

«Die Tiere haben ein großes Bedürfnis nach Freiraum», sagt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Gängige Vogel- und Kleintierbehausungen sind daher ungeeignet. «Bei so großen Käfigen muss man dann schon auf 'Marke Eigenbau' zurückgreifen.» Schlafen die Frettchen nur darin, reicht zwar ein Käfig mit einer Fläche von einem Meter mal 80 Zentimeter und einer Höhe von eineinhalb Metern.

«Wenn sie aber nur einmal am Tag für kurze Zeit aus dem Käfig gelassen werden, muss er deutlich größer sein», erklärt Gisela Henke, Tierärztin und Frettchen-Expertin aus Berlin. «Es gibt Halter, die den Käfig in ein eigenes Frettchenzimmer stellen und die Käfigtür fast immer offen lassen.» Dieser Raum lässt sich ausstatten mit Klettermöglichkeiten, Röhren, Hängematten, Höhlen und Spielzeug, wenn es nicht aus leicht verschluckbarem Weichgummi gefertigt ist.

Für die Nacht braucht es eine Schlafkiste. «Sie sollte mindestens 35 mal 30 mal 35 Zentimeter groß sein und mit Stroh oder Polstermaterial wie Papier oder Baumwolltüchern ausgelegt werden», rät Umlauf. Als Toiletten stellt der Halter mit Katzenstreu gefüllte Plastikschalen auf.

Frettchen brauchen Kontakt zum Menschen, so Henke. Beim Spielen und Beschäftigen lässt sich auch feststellen, ob sie weniger aktiv sind oder sich ihr Fressverhalten ändert, ob sie abnehmen oder sich andere Schlafplätze suchen. «Man muss sie genau beobachten, um Veränderungen zu erkennen, denn Frettchen zeigen bei Krankheiten oft nur leichte Symptome.»

Weil Frettchen zu den Raubtieren zählen, werden sie vor allem mit hochverdaulichem Fleischeiweiß gefüttert. «Das Futter sollte zu 80 Prozent aus Muskelfleisch und zu 20 Prozent aus pflanzlichen Anteilen bestehen», rät Umlauf. Dabei kann man Katzen- oder Alleinfutter für Frettchen nehmen. Von Obst und Gemüse sollte es pro Tag maximal einen Teelöffel geben. «Milch, Eier und Süßwasserfische sollten Frettchen nur selten bekommen», sagt Katrin Umlauf.

Der Aktionsradius der kleinen Raubtiere muss nicht am Fenster oder an der Wohnungstür enden: «Es ist durchaus möglich, mit ihnen rauszugehen», sagt Tierarzt Fehr. «Nur muss man sehr gut aufpassen, damit sie einem nicht entwischen.» Bewährt haben sich spezielle Brustgeschirre.

Literatur: Gisela Henke: Frettchen, Gräfe und Unzer, ISBN-13: 978-3-8338-0869-2, 7,90 Euro Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom


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