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Schöner wohnen für Meerschweinchen

Hamburg/Bonn Sie glucksen glücklich beim Laufen, rufen lautstark nach ihrem Futter und sehen mit ihrem oft strubbeligen Fell niedlich aus: Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Haustieren.

Dass die kleinen Nager hohe Ansprüche an ihr Zuhause stellen, sieht man ihnen allerdings nicht sofort an. Dabei gehören ein großes Gehege, zahlreiche Versteckmöglichkeiten und natürliches Nistmaterial zur Grundausstattung für ein glückliches Meerschweinchenleben.

Die meisten im Handel erhältlichen Käfige sind für die artgerechte Haltung nicht geeignet, sagen Tierschützer. Leben Meerschweinchen in der Wohnung, rät Martina Schnell von der Organisation Vier Pfoten in Hamburg zu einer Behausung mit einer Grundfläche von eineinhalb mal einem Meter für zwei bis drei Tiere. Gruppenhaltung sei bei den geselligen Nagern Pflicht.

«Wer Platz sparen möchte, kann mit etwas handwerklichem Geschick auch ein mehrstöckiges Vivarium aus unbehandelten Fichtensperrholzplatten und Plexiglas zimmern», sagt Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Rampen ermöglichen den Tieren hier den Zugang zu den verschiedenen Ebenen.

Damit sie sich in ihrem Zuhause wohl und sicher fühlen, brauchen die sensiblen Tiere ein Schlafhäuschen. Am besten eignet sich ein Modell ohne Fensterloch, denn so ist es im Inneren schön dunkel, das gibt den flinken Nagern Sicherheit. Um den Käfig abwechslungsreich zu gestalten, sollte der Halter noch weitere Unterschlupfmöglichkeiten anbieten: «Korkröhren oder Wurzeln werden gerne genommen», sagt Beuys. Außerdem gehören Steingutnäpfe für Futter und Wasser in den Meerschweinchenkäfig.

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz im niedersächsischen Bramsche ist es wichtig, drinnen gehaltene Meerschweinchen täglich für eine Weile frei laufen zu lassen, damit sie sich richtig austoben können. Dabei müssen die Halter darauf achten, dass sich die aktiven Hausgenossen mit ihren Zähnen nicht an Holzteilen, Möbeln und Stromkabeln zu schaffen machen. Letztere sollten daher abgedeckt und die wuscheligen Nager bei ihren Ausflügen beaufsichtigt werden.

Sowohl für den Boden des Käfigs als auch für den des Auslaufs bieten sich verschiedene Streu-Materialien an. Im Käfig sorgen eine Lage Kleintierstreu oder entstaubte Hobelspäne sowie Heu für Gemütlichkeit.

Eine Art Abenteuerspielplatz aus Häuschen, Röhren und anderen Verstecken macht den Auslauf für Meerschweinchen zur geistigen und körperlichen Herausforderung. Tägliche Variation hält die kleinen Tiere geistig auf Trab und interessiert. Auch hier gilt: Verstecke sind ein Muss. «Meerschweinchen fühlen sich im offenen Gelände unsicher und erkunden ihr Umfeld nur, wenn ihnen genügend Unterschlüpfe zur Verfügung stehen», sagt Beuys.

Auch wenn die meisten Meerschweinchen in der Wohnung gehalten werden: In einem Außengehege fühlen sie sich ebenso wohl. «Wenn sich die Tiere schon im Sommer im Freien das notwendige Fell zugelegt haben, sind sie auch winterlichen Temperaturen gewachsen», sagt Martina Schnell.

Am zufriedensten sind sie in einem selbst gebauten Gehege mit vier bis acht Quadratmetern Fläche für zwei bis vier Tiere. Damit die gewitzten Nager nicht ausbrechen können, sollte der Zaun fest in der Erde verankert werden. Eine Abdeckung schützt vor Greifvögeln und Katzen. Auch für Sonnenschutz im Sommer sollte gesorgt sein.

Draußen sind im Prinzip die gleichen Regeln zu beachten wie bei der Wohnungshaltung: Jedes Tier braucht ein Schlafhäuschen, nur muss es bei winterlichen Temperaturen wetterfest und wärmeisoliert sein. Auch das übrige Gehege sollte den Tieren viel Abwechslung bieten. Hier sind ebenfalls Gegenstände aus Naturmaterialien die erste Wahl: Baumstämme, Ziegelsteine oder umgestülpte Holzkisten. «Sie können sogar Sträucher ins Gehege pflanzen oder kleine Erdhügel aufschütten», sagt Martina Schnell. Dann steht einem erfüllten Meerschweinchenleben nichts mehr im Wege. Vorsicht vor Plastikzubehör Im Handel gibt es eine unüberschaubare Menge an Zubehör für Kleintiere. Immer wieder wird auch Spielzeug aus Plastik angeboten, Verantwortungsbewusste Halter sind damit aber zurückhaltend: «Wenn Plastik angenagt wird, kann es splittern und so zu bösen Verletzungen bei Meerschweinchen führen», sagt Martina Schnell von der Tierschutzstiftung Vier Pfoten in Hamburg. Besser seien etwa Häuschen aus Naturmaterialien wie Holz oder Ton geeignet. Bei Gegenständen aus Holz müsse auf eine gute Verarbeitung geachtet werden, damit nicht etwa herausstehende Nägel zur Gefahr werden. Von Rebecca Müller, dpa

dpa-infocom


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