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Gut gelaunt und gar nicht faul: Möpse

Berlin/Hannover Das Image des Mops war lange schlecht - so schlecht, dass er vor wenigen Jahren fast von der Bildfläche verschwunden war.

Noch heute haben viele Bilder von dicken, röchelnden Oma-Schoßhunden im Kopf.

«Das sind aber alles nur Vorurteile» , sagt die Autorin Katharina von der Leyen aus Berlin: Möpse seien treue, tapfere, temperamentvolle Begleiter, die selbst im Alter noch sehr verspielt seien. Das bemerken mittlerweile immer mehr Menschen: Der Mops wird beliebter und feiert ein Comeback.

Möpse sind in vielerlei Hinsicht anders als die Klischees glauben machen wollen: «Die Tiere liegen beispielsweise nicht nur faul auf der Couch, sie haben Bewegungspotenzial», sagt Ingo Nolte, Prof. für Kleintierkrankheiten an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. «Der Mops passt sich einfach sehr dem Halter an.» Daher kann dieser durchaus mit ihm wandern gehen oder ihn sogar zum Joggen mitnehmen. Allerdings nimmt der Vierbeiner es dem Besitzer auch nicht übel, wenn er mal nur kurz mit ihm um den Block geht.

Denn Möpse sind «komfort- orientiert», wie von der Leyen sagt - kein Wunder, wurden sie doch schon vor mehr als 2000 Jahren in China am Kaiserhof gehalten. Im 16. Jahrhundert kamen sie nach Europa und setzten sich über Adelshäuser als Begleithund durch. Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Mops aber nicht anfälliger für Übergewicht als andere Rassen.

«Sie sind natürlich anders als Terrier, aber auch sehr lebendige, fröhliche und handliche Hunde - wenn sie in ihrer Gesundheit nicht eingeschränkt sind», sagt Nolte. Da der Mops aber eine brachycephale Rasse ist - rundlicher Kopf, kurze Schnauze mit leicht vorstehenden Augen -, kann es zu schweren Atemproblemen kommen.

«Auch Verletzungen der Augenoberfläche sind nicht selten, weil diese durch die Haare der Nasenfalte ständig gereizt werden», so der Fachtierarzt für Innere Medizin und Chirurgie. Außerdem gibt es bei etwa einem Prozent der Möpse die «Pug-Dog-Enzephalitis». «Das ist eine genetisch bedingte, entzündliche Erkrankung des Gehirns», sagt Nolte.

Zudem muss der Halter aufpassen, dass sich sein Mops nicht an den Augen verletzt, ob beim Streunen oder bei Kämpfen mit anderen Hunden. «Durch den quadratisch strammen Körper, die steif aufgerichtet wirkende Ringelroute und die großen Augen wird die Körpersprache der Möpse oft missverstanden», sagt von der Leyen. Das könnten andere Hunde als Drohung verstehen.

Oft führte die Zucht der Tiere nach Ansicht Noltes in die Extreme. «Das Ausgeprägte wurde als besonders schön erachtet, allerdings kann es bei zu enger Züchtung vermehrt zu ernsten Problemen durch eine schwerwiegende Atmungsstörung kommen.»

Deshalb gehen heute viele in die entgegengesetzte Richtung und züchten «Langnasenmöpse». «Wir haben den Oberkiefer zurückgezüchtet und wieder vorgezogen», so Züchter Ulrich Willms, Vorsitzender des Mops-Pekinesen-Rassehunde-Verbands aus Löhne in Nordrhein-Westfalen. Das soll Kurzatmigkeit beseitigen und den Schnaufer sportlich machen.

«Natürlich kann man die Hunde mit einer längeren Nase züchten, doch dann hat das meiner Meinung nach mit einem Mops nicht mehr viel zu tun», sagt aber von der Leyen. «Der Mops ist eine der ältesten Hunderassen und sah eigentlich nie anders aus.» Um einen gesundes Tier ohne Atemprobleme zu bekommen, sei daher nur eines wichtig: «Man sollte darauf achten, dass der Hund nicht aus unseriösen Vermehrungsproduktionen, sondern von einem guten Züchter stammt.»

Literatur: Katharina von der Leyen: Der Mops: Ein Wunder der Natur, Knesebeck Verlag, ISBN: 978-3896603104, 39,95 Euro

Mops-Pekinesen-Rassehunde-Verband: www.mprv.de Der Mops-Charakter Wer ihm erst einmal verfallen ist, für den ist der Mops mehr als ein Hund: «Er ist eine Lebenseinstellung, er hat Persönlichkeit, und trotzdem ist mit ihm das Leben leicht», schwärmt Autorin Katharina von der Leyen. Sie seien äußerst gut gelaunte, kinderliebe Wesen, mit denen man kaum Probleme habe: «Man muss nicht auf den Hundeplatz, weil es nichts ausmacht, wenn sie nicht gut erzogen sind, denn dann knabbern sie weder Möbel an, noch können sie richtig beißen.» Nach dem Motto «dabei sein ist alles» seien sie außerdem eher bereit, sich menschlichen Unternehmungen anzupassen, als viele andere Rassen. Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom


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