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Echter Kumpel aus der Schweiz: Berner Sennenhund

Obermichelbach/Auetal Früher hatten Berner Sennenhunde in der Schweiz Karren zu ziehen und Vieh zu hüten.

Heute werden sie nur noch selten zur Arbeit eingesetzt. Vielmehr fallen sie durch angenehme Eigenschaften auf: ein freundliches Wesen und Anhänglichkeit.

«Die Vorfahren dieser Rasse , die früher vor allem in weiten Teilen der Schweiz anzutreffen waren, waren kräftige, mittelgroße Hunde, die Haus und Hof bewachten», sagt Tierarzt Norbert Bachmann aus Auetal, der auch Präsident des Schweizer Sennenhund-Vereins für Deutschland (SSV) ist. Außerdem wurden die kräftigen Vierbeiner als Viehtreiber genutzt. Ursprünglich hießen sie Dürrbächler - nach dem südlich von Bern gelegenen Gebiet, in dem sie einst am häufigsten vorkamen.

Im Jahr 1907 gründeten Züchter den «Schweizerischen Dürrbachklub». «Drei Jahre später wurden bei einer Ausstellung bereits Hunde vorgeführt, die damals in Anlehnung an die anderen Schweizer Sennenhunde "Berner Sennenhunde" genannt wurden», erläutert Bachmann.

Der Berner Sennenhund ist weder hektisch noch faul. «Er bewegt sich gern, ist aber kein Langstreckenläufer», so die Züchterin Margit Bürner aus Obermichelbach bei Fürth, die ein Buch über die Rasse geschrieben hat. Ob man einen Berner zum Joggen mitnehmen kann, ist von Tier zu Tier unterschiedlich. «Ansonsten ist es ein Hund, der gern arbeitet.»

Ein weiteres Charakteristikum ist das dreifarbige glatte bis leicht gewellte Fell: Zur glänzend schwarzen Grundfarbe kommen ein rot-brauner sogenannter Brand und symmetrisch weiße Abzeichen. «Viele haben die typische weiße Schwanzspitze», sagt Bürner. Unter den vier Schweizer Sennenhundrassen ist der Berner der einzige mit Langhaarfell. «Es reicht, wenn es je nach Bedarf täglich kurz und einmal in der Woche gründlich durchgebürstet wird», so die Züchterin.

Reiselustige lassen besser die Finger von Bernern, so Bürner. «Er leidet, wenn er abgegeben wird, denn er bindet sich sehr eng an seine Besitzer.» Am wohlsten fühlt sich ein Berner Sennenhund, wenn er von einer Familie umgeben ist, erklärt der Autor und Zoologe Gerd Ludwig aus Wolfschlugen in Baden-Württemberg. Bei guter Ausbildung verstehe er sich meist gut mit Kindern. Dann sei er ein «richtiger Kumpel».

Im Allgemeinen sind Berner Sennenhunde, die eine durchschnittliche Lebenserwartung von acht Jahren haben, leicht erziehbar. Sie brauchen aber eine liebevolle und konsequente Erziehung, sagt Margit Bürner. «Auf keinen Fall sollte man viel herumschreien.» Das dürfte aber ohnehin kaum notwendig sein.

Beim Füttern ist der Halter am besten zurückhaltend. Der Berner Sennenhund sei ein sehr guter Futterverwerter, so Bürner. «Besonders im ersten Jahr sollte er schlank und beweglich bleiben - gerade auch im Hinblick auf die Anfälligkeit für Ellenbogenkrankheiten oder die sogenannte Hüftdysplasie.»

Besonders der SSV verfolgt eine gezielte Zuchtstrategie. Dabei kommt laut Bachmann eine umfangreiche Datenbank zum Einsatz, aus der etwa die erblichen Belastungen und Krankheiten der Eltern- und Großeltern zu erkennen sind. «Dadurch haben wir beispielsweise das Problem mit der Hüftgelenksdysplasie in den Griff bekommen.»

Literatur: Margit Bürner: Berner Sennenhund: Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung, Kosmos, ISBN: 978-3-4400-7802-0, 12,90 Euro; Gerd Ludwig und Monika Wegler: Das große GU Praxishandbuch Hunde, Gräfe und Unzer, ISBN: 978-3-7742-6642-1, 19,90 Euro.

Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland: www.ssv-ev.de Platz für den Berner Wer sich für einen Vierbeiner in der Größenordnung eines Berner Sennenhundes entscheidet, braucht genügend Platz. Schließlich werden die Rüden zwischen 64 und 70 Zentimeter und die Hündinnen zwischen 58 und 66 Zentimeter hoch. «Auch wenn er sich eher bedächtig bewegt, ist er für eine Zweizimmerwohnung nicht gerade geeignet», sagt der Experte und Autor Gerd Ludwig. «Ideal ist ein Haus mit Garten.» Etagenwohnungen verbieten sich - vor allem bei Skelettproblemen. «Schließlich kann man einen Berner Sennenhund bei seiner Größe und seinem Gewicht nicht so gut die Treppe hinauftragen.» Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom


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