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Wein-Presse (3): Grüner Silvaner - Aufstieg in Königsklasse

Herzlichen Glückwunsch! Er feiert dieses Jahr Geburtstag und wird offiziell in Franken 350 Jahre alt! Der grüne Silvaner!

Erstmals wurde der Silvaner 1659 urkundlich erwähnt. 25 Stöcke wurden damals im heutigen Anbaugebiet Franken - genauer: in Castell - gepflanzt. Heute liegt der Silvaner in Deutschland nach Riesling und Müller-Thurgau auf Platz drei der Rebsorten und wird auf 5260 Hektar von Winzern in nahezu allen Weinanbaugebieten gehegt und gepflegt.

Für den Weingärtner ist der Silvaner keine ganz einfache Sorte. Er treibt ein paar Tage früher aus als der Riesling und ist somit den frühen Maifrösten ausgesetzt. Trockenheit und ein karger Boden liegen dieser Rebsorte auch nicht. Ein Silvaner kann hohe Erträge bringen, die der Winzer mit Handarbeit begrenzen muss.

Viele Jahrzehnte fristete der Silvaner ein Schattendasein. Deklassiert zum Schoppenwein und universellen Partner für Spargel und einfachen Genuss. Ein Qualitätssilvaner von heute hat typische, reproduzierbare Merkmale, die einen hohen Wiedererkennungswert haben. Geprägt wird der Silvaner sehr von Standort, Sonnenausrichtung und Bodenbeschaffenheit. Charakteristisch für ihn der Duft nach Kernobst, Maracuja, Heu und Wiesenkräutern. Im Geschmack überzeugt er in der Regel mit kräftiger Substanz, feinkräutrigem Schmelz und einer moderaten Weinsäure. Gute Silvaner können es jederzeit mit der weltweit anerkannten Rebsorte Chardonnay aufnehmen.

Um auf eine besonders gute Qualität hinzuweisen, entwickelten die Winzer aus Rheinhessen schon in den 80er-Jahren ein eigenes Qualitätslabel für den Silvaner. Das markante Logo mit den Buchstaben "RS" weist auf restriktive An- und Ausbauvorgaben sowie auf eine trockene Geschmacksrichtung hin. Winzer des VDP (Verband der Prädikatsweingüter) bauen den Silvaner auch als großes Gewächs aus und dokumentieren so höchste Qualität und eine lange Lagerungsfähigkeit.

Natürlich ist die Kombination Spargel und Silvaner ein berechtigter Klassiker. Der erdige und leicht bittere Geschmack des Spargels harmonisiert mit der milden Säure und dem feinwürzigen Geschmack des Silvaners. Exklusiver und ein sehr schönes Beispiel von perfekter Harmonie von Speise und Silvaner sind in Butter gebratene Jakobsmuscheln mit safranisierter Paprikasauce auf einem Risotto von weißem und schwarzem Reis.

Wer"s nachkochen möchte, findet das Rezept im Internet auf www.rezeptewiki.org.

RZO