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Finanzrisiko Formel 1 - Vettel gibt Hoffnung

Nürburg Fünf deutsche Fahrer, ein Titelkandidat, zwei deutsche Hersteller, viel Tradition - und dennoch bleibt die Formel 1 ein großes finanzielles Risiko für den Nürburgring.

«Warum ist das Problem entstanden? Das ist doch nur aufgrund der hohen Kosten entstanden. Das wird immer schwieriger zu finanzieren», sagte Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch für den Großen Preis von Deutschland rechnet der 58-Jährige mit einem Minus: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Rennstrecke gibt, die keinen Verlust mit der Formel 1 macht.»

Immerhin erwartet Kafitz für das Renn-Wochenende dank des neuen deutschen Hoffnungsträgers Sebastian Vettel mehr Zuschauer als beim letzten Formel-1-Rennen in der Eifel 2007. Zum ersten Rennen auf dem Traditionskurs nach dem Rücktritt von Rekordweltmeister Michael Schumacher waren nach offiziellen Angaben 311 000 PS-Gläubige zum Motorsport-Mekka gepilgert.

«Ich habe ja gesagt, das ist ein Gottesgeschenk, so einen Siegertypen im doppelten Sinne zu haben. Einmal von seiner Schnelligkeit, zum anderen von seinem Charakter», lobte der Ring-Chef den Red-Bull-Piloten. Doch selbst Titelkandidat Vettel und die anderen vier Kennzeichen-D-Fahrer Nick Heidfeld (BMW-Sauber), Nico Rosberg (Williams), Timo Glock (Toyota) und Adrian Sutil (Gräfelfing) sowie die deutschen Hersteller BMW und Mercedes können nicht verhindern, dass die Formel 1 regelmäßig ein dickes Loch in die Bilanz des Nürburgrings reißt.

Grund dafür sind die Verträge mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Demnach müssen die Kursbetreiber eine Gebühr an den Briten zahlen, damit das Fahrerfeld startet. Geschätzt wird, dass je nach Strecke die Summe zwischen 15 und 40 Millionen Dollar liegt. Die Organisatoren vor Ort dürfen aber das Rennen nicht selbst vermarkten, sondern können lediglich die Einnahmen aus dem Ticketverkauf behalten - und die reichen bei weitem nicht.

«So lange die Nachfrage nach Formel-1-Läufen noch immer größer ist als das Angebot, wird das Kostenproblem schwer zu lösen sein», glaubt Kafitz. In den letzten Jahren waren immer wieder Standorte von der Formel-1-Landkarte verschwunden. Zu den gefährdeten Läufen zählt auch der Grand Prix im kommenden Jahr auf dem Hockenheimring.

Trotz der Risiken will Kafitz , der mit Ecclestone noch einen Vertrag bis 2011 hat, an der Formel 1 festhalten. «Man muss unsere Gesellschafterstruktur kennen, das Land Rheinland-Pfalz hat 90 Prozent, der Landkreis Ahrweiler 10 Prozent. Für die Region ist die Formel 1 ein Gewinn und damit auch für das Land und den Landkreis», rechtfertigte er das Engagement. Wenn seine GmbH in der gleichen Situation wäre wie der Hockenheimring, wäre das etwas anderes. «Da muss die Kleinstadt Hockenheim die ganze Last tragen, profitieren tut aber auch das Umfeld.»

Der Nürburgring und die Formel 1 ist in der strukturschwachen Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Laut Kafitz leben 3000 Unternehmen mit 15 000 Mitarbeitern direkt oder indirekt vom Nürburgring. Pro Formel-1-Wochenende würden rund 60 Millionen Euro in der Region umgesetzt werden, ein zweistelliger Millionen-Betrag bleibe als Gewinn. Durch das am Donnerstag eröffnete Freizeit- und Businesszentrum, das wegen seiner Kosten von mehr als 250 Millionen Euro umstritten ist, sollen langfristig 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Kafitz: «Denn der Nürburgring war immer mehr als eine Rennstrecke. Wir sind ein Freizeitunternehmen mit Schwerpunkt Motorsport, wir sind ein nationales Monument.»

dpa-infocom



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