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Gesundheit

Krebsmediziner: Insulin Lantus ungefährlich

Dresden Der Krebsmediziner und Internist Prof.

Gerhard Ehninger warnt im Zusammenhang mit Berichten über ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko durch das künstliche Insulin Lantus vor Panikmache.

«Patienten, die damit behandelt werden, können sicher sein und sollten unbedingt dabei bleiben», sagte der Direktor der Medizinischen Klinik I des Dresdner Universitätsklinikums im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eine Umstellung berge große Risiken, warnte er und kritisierte die entsprechende deutsche Studie sowie den Mitautor Prof. Peter Sawicki.

Der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vergleiche in der Studie Äpfel mit Birnen. Bei den Zusammenstellungen sei nicht angegeben, welcher Diabetestyp vorliege. Zudem fehlten wichtige Angaben zu Krebsrisikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Diabetes-Dauer und Insulinproduktion der Patienten.

Diabetiker hätten im Vergleich zu Gesunden insgesamt ein höheres Krebsrisiko, erläuterte Ehninger. «Die Ursache dafür ist letztlich nicht geklärt.» Als Erklärungsversuche würden Ernährungsgewohnheiten, Übergewicht und eine über längere Zeit erhöhte eigene Insulinproduktion herangezogen. «Nach unseren heutigen Erkenntnissen liegt dies aber nicht an einer zusätzlichen Therapie mit Insulinen.»

«Die Ergebnisse sind verwirrend, man muss davon ausgehen und bezweifeln, dass ein wirklicher Zusammenhang zwischen Lantus-Insulin und Krebsentstehung besteht», zitierte Ehninger aus der Bewertung der deutschen Studie durch die US-Arzneimittelzulassungs-Behörde FDA. «Für mich ist das ein Lehrbeispiel, wie man Daten so lange bearbeitet und knetet, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.»

«Die Patienten sind verunsichert» , berichtete Ehninger. Sie würden vor einem Medikament wegrennen, das nach seinen Analysen sogar hinsichtlich der Lebenserwartung besser sei. Lantus (Inhaltsstoff Glargin) werde von vielen Diabetesärzten bevorzugt, weil es weniger lebensbedrohliche Unterzuckerungen auslöse, vor allem bei Älteren, die diese nicht spürten, erklärte Ehninger. «Hier wird eine öffentliche Panikmache ausgelöst, die wissenschaftlich unbegründet ist.»

dpa-infocom