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Stoßen, Schlagen, Schwitzen: Aerobic plus Kampfsport

Bonn Laut hämmert die Musik, Fäuste und Füße fliegen durch die Luft. Martialische Schreie sind zu hören, Schweiß rinnt aus allen Poren.

Fitnessbegeisterte, die sich richtig auspowern wollen, setzen auf Programme, die Aerobic mit asiatischem Kampfsport verbinden.

Im Geiste trifft hier Jackie Chan auf Jane Fonda. «Solche Kurse sind nicht mehr wegzudenken aus dem Studioprogramm», sagt Dunja Meyer. Die Referentin beim Deutschen Fitness und Aerobic Verband (DFAV) in Bonn hält sie für eine gute Möglichkeit, den Stress des Tages herauszulassen und Aggressionen ohne Körperkontakt auszuleben. Und hinterher sei jeder Teilnehmer wieder der Friede in Person.

Die Ursprünge des mittlerweile kaum mehr überschaubaren Angebots stammen aus den USA. Anfang der 80er Jahre bot der Taekwondo- und Karatemeister Billy Banks in Boston erstmals sein Work-out-Programm «Tae Bo» an. Er kombinierte klassische Techniken aus dem Boxen und anderen Kampfsportarten mit Tanzschritten und legte Musik darunter. Seine Kurse zielen auf Kraft, Schnelligkeit und Koordination und sollen viel Energie freisetzen. Um den geschützten Markennamen «Tae Bo» und damit Lizenzgebühren zu vermeiden, nennen sich vergleichbare Angebote zum Beispiel «Thai Bo», «Fit Kick» oder «Cardio Fit Kick».

Manuela Reusig von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in Saarbrücken sieht für jüngere Fitte darin ein gutes Ganzkörpertraining. Es kräftige den Körper nicht nur, sondern trainiere auch die Ausdauer und verbrenne Kalorien - bis zu 1000 pro Stunde seien es im Durchschnitt bei Männern, bei Frauen etwas weniger. «Mit der Original-Musik ist Tae Bo unglaublich schnell und sehr anstrengend», erläutert die Referentin für Gruppentraining. Trainiert werde fast immer im Stand, außer bei klassischen Kräftigungsübungen wie den aus dem Boxen stammenden Liegestützen.

Ähnlich angelegt ist «Bodycombat» des neuseeländischen Athleten Les Mills. Es wurde Ende der 90er Jahre international bekannt und beruht auf Kungfu, Karate, Boxen, Kickboxen, Taekwondo, Tai Chi und Muay Thai. Die Teilnehmer sollen sich auch hier die Kalorien vom Leib kicken und ihr Herz-Kreislauf-System auf Hochtouren bringen, wie es auf der Homepage von Mills heißt. Der Unterschied zum Tae Bo liegt darin, dass die Unterrichtsstunden choreographiert sind und daher überall auf der Welt exakt gleich ablaufen sollen, erläutert Reusig. Über drei Monate werde das selbe Programm wiederholt, dann sei die Trainingsanpassung erfolgt, und neue Reize in Form einer neuen Choreographie folgen. Auch hier zahlen die Anbieter Lizenzgebühren.

«Die Idee, ganzkörperlich zu trainieren, ist immer sinnvoll», sagt Elfi Datzer, Fitnessspezialistin an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) Köln. Positiv sei der aus den asiatischen Kampfsportarten stammende Gedanke, den Körper als Einheit zu betrachten und in Gleichklang zu bringen. «Es zergliedert sich nicht wie bei anderen Gymnastikangeboten, die nur isoliert an einzelne Muskelregionen herangehen, zum Beispiel den Bauch.»

Eine gewisse Grundfitness und ein guter Gleichgewichtssinn sind unabdingbar für das Training. Doch das reicht nicht immer: Wie die beiden anderen Expertinnen kritisiert auch Datzer, dass der Anspruch an das Koordinationsvermögen sehr hoch ist. Bei den schnellen, kraftvollen Bewegungen sei die Gefahr groß, dass die Gelenke falsch belastet und dadurch verschlissen werden. «Der Trainer sollte ein gutes Augen haben und Fehler bald korrigieren.»

Aufgrund der schnellen Musik bleibe manchmal die Technik auf der Strecke, mahnt auch Reusig. Die Gelenke zum Beispiel dürften nie ganz durchgestreckt werden - ist der Teilnehmer gegen Ende der Stunde aber müde, könne das leicht passieren. Wer schon Probleme an Schulter, Hüfte, Rücken oder Knien hat, für den seien die Programme zu intensiv, ergänzt Meyer. Übergewichtigen rät sie, erst einmal mit Walken zu beginnen, Bluthochdruckpatienten lassen besser grundsätzlich die Finger davon.

Deutscher Fitness und Aerobic Verband: www.dfav.de

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement: www.dhfpg.de

Deutsche Sporthochschule Köln: www.dshs.de Die richtige Kleidung für Kick Fit und Co. Das A und O für ein gelenkschonendes Training bei Kampfsport- und Fitness-Kombinationen sind gut dämpfende Turnschuhe - im Prinzip wie beim Aerobic, sagt Dunja Meyer vom Deutschen Fitness und Aerobic Verband in Bonn. Die Hose sollte bequem und so weit sein, dass Sportler das Bein gut zur Seite heben können. Wie beim T-Shirt sind neue, schnell trocknende Materialien besser geeignet als Baumwolle. Frauen empfiehlt Meyer außerdem, einen Sport-BH zu tragen, damit das Brustgewebe beim Hüpfen geschont wird. Von Nina C. Zimmermann, dpa

dpa-infocom


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