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Mainz 05

Lob für Schürrle und Kessel

Flachau Der FSV Mainz 05 hat gestern Abend auf dem Rasenplatz des USC Flachau seinen ersten Punktverlust dieser Saisonvorbereitung hinnehmen müssen.

Im Trainingslager trennte sich der Bundesligist vor etwa 500 Zuschauern mit einem 1:1 (1:0) gegen den Zweitligisten FC St. Pauli.

Ein Großteil der Zuschauer gestern Abend bekam den Ausgleich zum 1:1 des Zweitligisten gar nicht mit. Eine heftige Gewitterattacke mit Blitz, Donner und starkem Regen schlug das Publikum entweder in die Flucht, oder die Menschen drängten unter ein Zeltprovisorium auf dem Sportplatz. Der FC St. Pauli nutzte die Gelegenheit, dass sich auch die Bundesligaprofis des FSV Mainz 05 offenbar eine kurze Auszeit nahmen. In der 84. Minute sorgte Pauli-Rückkehrer Jonathan Bourgault, zuletzt an den SV Wilhelmshaven ausgeliehen, mit seinem Treffer für den 1:1-Endstand in einem kurzweiligen Testspiel im Trainingslager. "Der Wetterwechsel hat mitgeholfen, dass unser Spiel zeitweise die Struktur verloren hat. Das hat bei diesem Gegentor sicher eine Rolle gespielt", sagte Jörn Andersen, der eigentlich sehr zufrieden war, trotz des ersten Punktverlustes in dieser Saisonvorbereitung.

Die Zufriedenheit des 05-Trainers lag in der Situation begründet. Insgesamt fehlten den 05ern gestern 13 Spieler - mit denen, die erst gar nicht mit gefahren waren. Andersen verzichtete auf Srdjan Baljak, der etwas mürbe und leicht angeschlagen war. "Ich habe ihn geschont. Er hat bis jetzt alles mitgemacht. Srdjan ist so wichtig für uns, dass ich kein Risiko eingehen wollte."

Auch auf Elkin Soto musste der Coach verzichten. Die Informationslage über den Gesundheitszustand des Kolumbianers ist dünn in Flachau - keine genauen Angaben. Soto soll jedoch wie schon im vergangenen Jahr stark überhöhte Blutwerte aufweisen und ist deshalb raus aus dem Training - einer mehr.

"Trotz der ganzen Ausfälle und Verletzungen war dies ein guter Test. Ich habe einige gute Sachen gesehen. Wir haben teilweise sehr kompakt, teilweise gut Fußball gespielt. Nur beim Gegentor hat uns die Ordnung gefehlt, obwohl genügend Leute hinten waren." Die 05er begannen stark gegen die Hamburger, die übrigens vom Mainzer Busfahrer mit dem 05-Wagen in Schladming abgeholt worden waren, weil Pauli per Flugzeug nach Österreich gereist war. Das Mainzer Mittelfeld stand sehr eng, verteidigte gut, verschob und ließ beim Gegner in der ersten Hälfte gar nichts zu. Die 05er setzten selbst gute Aktionen nach vorne, kombinierten gefällig und hatten Abschlüsse. Einen davon verwandelte Tim Hoogland nach 22 Minuten am kurzen Pfosten per Kopfball ins Tor, nach einer Ecke von Florian Heller. Hoogland hatte eine weitere identische Szene (28.), aber Fabio Morena kratzte den Ball von der Linie. Aristide Bancé verpasste in der 35. Minute nach glänzender Vorarbeit von André Schürrle die Ergebnisverbesserung. Daniel Gunkel war ebenso nahe dran nach einer Aktion über Schürrle und Heller.

André Schürrle war sicherlich die Entdeckung des gestrigen Abends. Der Deutsche Meister der A-Junioren bot in seinem ersten Spiel auf Seniorenebene in der Startelf eine unerhört starke Vorstellung als zweite Spitze neben Bancé. Leichtfüßig, technisch stark und aggressiv im Zweikampf spielte der 18-Jährige eine sehenswerte Partie und brachte sich urplötzlich ins Gespräch beim Bundesligisten. "Es war eine gute Mannschaftsleistung, aber ich freue mich für André. Das war ein Riesenpensum, er war sehr giftig", sagte Andersen. Kann das Talent jetzt schon eine Alternative im 05-Kader werden? Auch Benjamin Kessel zeigte eine große Vorstellung als Innenverteidiger. Der 05-Amateur überzeugte mit klarem, kompromisslosem Verteidigerspiel. "Das war sehr abgeklärt von ihm. Er war bissig und hat viel geklärt hinten. Schürrle und Kessel haben ein Extralob verdient."

Und beide haben sich beim Coach offenbar nachdrücklich in den Vordergrund geschoben. "Ich habe immer gesagt, das ist eine Chance für die Spieler hier, sich zu zeigen. Diese Leistung bleibt bei mir im Kopf. Das speichere ich ab", erklärte der Trainer, der auch Jahmir Hyka heraushob. Der kleine Albaner spielte eine starke erste Halbzeit. "Er war ein Aktivposten, und obwohl er auch leicht angeschlagen war, hat er sich durchgequält. Das war positiv heute." Insgesamt eine ordentliche Vorstellung (auch taktisch) der Mainzer, die nur 20 Minuten nach der Pause zu tief standen, Chancen zuließen. Die beste davon: Ein Lattenschuss von Charles Takyi (68.). Zuvor musste Dimo Wache in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Max Kruse klären.

Eine Standortbestimmung ist beim FSV Mainz 05 auch nach dieser Partie nicht möglich. Dafür fehlen einfach noch zu viele Leute. Immerhin: Die intensive Trainingsarbeit ließ sich gegen St. Pauli auf dem Platz aber erkennen. (Jörg Schneider)

RZO


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