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Zabel/Cavendish: Unschlagbares Tour-Tandem

Saint-Fargeau Am Erfolgsgespann Mark Cavendish/Erik Zabel ist bei der 96. Tour de France kein Vorbeikommen.

Fünf Massensprints - vier Spurtsiege: Diese Bilanz kann sich sehen lassen und «Nachschlag» ist im Columbia-HTC-Team fest eingeplant.

Während der Brite Cavendish noch sein Frühstücks-Müsli einnimmt, sitzt der im Vorjahr zurückgetretene einstige deutsche Vorzeige-Profi Zabel als Strecken-Inspizient schon im Auto und ebnet dem Columbia-Tandem den Weg. Gegen dieses Erfolgsrezept war auch in Saint-Fargeau kein Kraut gewachsen: Der 24-Jährige von der Isle of Man war erneut der schnellste Mann und degradierte die Sprint-Rivalen zu Statisten.

Am Vormittag hatte Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag noch genüsslich vom Vortags-Coup berichtet. «Gestern waren Eriks Angaben von unterwegs extrem hilfreich, die Angaben im Streckenbuch sind oft nicht so detailgetreu», sagte Aldag nach Cavendishs drittem Streich in Issoudun. «Die drei geschlängelten Kurven im Finale sind grenzwertig, aber er kann sie mit Vollgas nehmen», richtete Zabel seinem Freund Aldag per Telefon nach einer letzten Begehung des Zielbereiches der zehnten Etappe aus. Der US-Profi Tyler Farrar, in Saint-Fargeau Zweiter, schimpfte nach dem Schlussspurt in Issoudun: «In jeder Kurve habe ich drei bis vier Meter verloren.»

Perfekte Vorbereitung, reibungsloses Teamwork, die größte Beschleunigungskraft aller Sprinter und ein «technisches und taktisches Verständnis, wie es Erik vor 15 Jahren auch auszeichnete» (Aldag) sind die Erfolgsrezepte bei Cavendishs bereits dritter Tour-Teilnahme. «Er ist fünf Prozent besser als alle, sein Team bringt weitere fünf Prozent: Diese Komposition macht ihn zurzeit unschlagbar», analysierte Cavendishs französischer Sprint-Konkurrent Jimmy Casper. «Wenn er so weiter macht, hat er meine zwölf Tour- Etappensiege bald eingeholt», lobte Zabel seinen Musterschüler nach dessen insgesamt achten Tour-Etappensieg.

Die Franzosen betrachten den forschen Briten mit gemischten Gefühlen, seit er sich beim schleppenden Einchecken des Transfer-Fluges in Limoges lautstark und unflätig über die Franzosen äußerte. Bei der Überquerung der Pyrenäen warfen sie Cavendish zudem Arbeitsverweigerung im «Autobus» vor. So werden im Fahrer-Jargon die Sprinter und schwächeren Bergfahrer genannt, die sich in einer Zweckgemeinschaft zusammenfinden und die Anstiege in moderatem Tempo weit hinter der Spitze bewältigen.

«Realistisch betrachtet sind für Mark bei theoretisch noch vier Sprintmöglichkeiten zwei weitere Etappensiege drin», lautete Aldags Hochrechnung vor dem Start der elften Etappe in Vatan. Einen davon holte er in Saint-Fargeau. Träfe diese Prognose zu, würde Cavendish seine Super-Bilanz von 2008 - vier Tagessiege bis zu seinem Ausstieg auf der 15. Etappe - sogar noch übertreffen. Ohnehin ist er schon auf dem besten Weg, Zabels Marke zu knacken und im Kampf um das Grüne Trikot hat er den Norweger Thor Hushovd auch wieder überholt. «Wahrscheinlich fällt die Entscheidung über Grün erst in Paris», meinte Aldag.

Sollte Cavendish auch dieses Prestige-Duell zum Tour-Finale gewinnen, würde er Zabel besonders glücklich machen. Seinem Lehrmeister versprach «Cav» einen Erfolg auf den Champs Elysées: «Dafür habe ich mich durch die Pyrenäen gequält.» Ein Triumph in Paris - darauf hatte Zabel 15 Profijahre lang vergeblich gewartet. Von Andreas Zellmer und Benjamin Haller, dpa

dpa-infocom

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