Mit Stöckelschuhen auf dem Holzweg
Pfinztal Mit ökologischen High-Heels dürfen sich Frauen künftig guten Gewissens auf den Holzweg begeben.
Forscher des Pfinztaler Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie haben für den Stöckelschuh einen Absatz aus nachwachsenden Rohstoffen kreiert.
Dieser besteht aus sogenanntem flüssigen Holz. «Die Zeiten, in denen ökologisch produzierte Schuhe auf den ersten Blick als solche erkennbar waren, sind vorbei», sagt Forschungsgruppenleiterin Emilia Regina Inone-Kauffmann.
Schlüssel zum Erfolg ist der eingetragene Biowerkstoff Arboform (lateinisch arbor = «Baum»). Dieser neue Kunststoff auf Holzbasis sei widerstandsfähiger als Holz und beliebig formbar. Außerdem könne man ihn vielfach recyceln. Und obwohl er sich genauso anfühle wie Plastik, sei Arboform im Gegensatz zu anderen Kunststoffen frei von Erdöl, betonten die badischen Forscher. Die Schuhe werden von einer Tochter der Nobelmarke Gucci vertrieben.
Arboform werde aus Lignin gewonnen , einem der Hauptbestandteile von Holz und Abfallstoff bei der Papierproduktion, erklärte Inone-Kauffmann. Die Fasern werden zu einem Granulat gepresst. In einer Spritzgussmaschine entsteht daraus der neue Kunststoff: Das Holz wird zusammen mit Naturharzen unter Hitze verflüssigt und mit enormem Druck in eine neue Form gebracht.
Vor den Absätzen für den Modemarkt entwickelten die Wissenschaftler bereits Autoteile und Uhren, Krippenfiguren, Lautsprecherboxen und Urnen aus dem Bio-Kunststoff. Umweltschützer kritisieren allerdings den neuen Werkstoff. Es sei nicht effizient, Bäume für einen Plastikersatz zu fällen, meinen sie.
dpa-infocom
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