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Koblenzer Drachenboot zunächst zahnlos bei World Games in Taiwan

Koblenz/Kaohsiung Nach 1000 Metern ist das Rennen gelaufen. Eben hatte das deutsche Drachenboot auf dem Lotussee von Kaohsiung noch kräftig aufgeholt, da verkeilt es sich an der Wende nach der Hälfte der Strecke zwischen den Booten aus Amerika und Japan.

Die 22 Männer und Frauen an Bord können weder vor noch zurück. Wertvolle Sekunden verstreichen, am Ende reicht es noch für Platz fünf.

"Das müssen wir jetzt erst mal verarbeiten", sagt Martin Alt aus Koblenz. Der 31-jährige Techniker hatte wie das ganze Team auf eine Medaille über die 2000-Meter-Strecke gehofft. 10 000 Kilometer sind sie gereist, bis nach Taiwan, zu den World Games in Kaohsiung. Aber es war noch nicht ihre letzte Chance.

Drei Athleten aus Koblenz und Umgebung paddeln mit im Deutschland-Drachenboot. Für alle ist es die längste sportliche Reise, die sie je unternommen haben. Jörg Gentner ist zusammen mit Martin Alt vor sechs Jahren zu dem Sport gekommen. "Damals war ein Rennen in Bad Ems ausgeschrieben, das hatte uns neugierig gemacht", so der 37-Jährige. "So wurde unser Team geboren." Später schloss sich der "Schaengelexpress" dem Post-Sportverein Koblenz an. Und nun brachte die Nationalmannschaft den Lehrer aus St. Goarshausen nach Taiwan.

Statt auf Rhein und Mosel zu trainieren, fahren sie hier auf dem Lotussee vorbei an farbenprächtig verzierten Tempeln, Götterstatuen und Pagoden, die ins Wasser hinein gebaut sind. Eine angemessene Kulisse für Drachenbootrennen. "Wenn ich in Deutschland vom Drachenboot erzähle, kann die Hälfte der Leute sich nichts darunter vorstellen", sagt Wolfgang Mayr (41), Dachdeckermeister aus Winningen - selbst vielfacher deutscher und Europameister. "Aber hier in Taiwan kennt es jeder. Und zwar als ernsthaften Sport, nicht nur als Spaßveranstaltung."

Bei den World Games waren alle drei mit dabei, als das deutsche Team am Donnerstag bei der Eröffnungsfeier vor 40 000 Zuschauern ins brandneue Stadion einzog. "Ein Wahnsinn", lautet ihr Urteil über das fast dreistündige Spektakel. Und: Wenn alles gut läuft, können die Koblenzer immer noch einen Platz auf dem Treppchen erringen - heute über die 500- und 1000-Meter-Strecke. (Klaus Bardenhagen)

RZO