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Andernach: Denkmal für Wiege der Bundeswehr

Andernach Runder Turm, Mariendom, Stadtmauer und natürlich der Geysir: Die mehr als 2000 Jahre alte Stadt Andernach hat viel zu bieten - auch in Sachen Militärgeschichte.

Denn die Bäckerjungenstadt ist die Wiege der Bundeswehr. Das soll jetzt in Szene gesetzt werden.

In der Stadt Andernach gibt es jetzt ein weiteres Denkmal. Die einzige noch verbliebene Baracke des ehemaligen Truppenlagers, die heutige Krahnenberg-Kaserne, wurde unter Denkmalschutz gestellt. Die Baracke ist in das Verzeichnis der Kulturdenkmäler des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen worden. Das berichteten der Leiter des heute in der Krahnenberg-Kaserne untergebrachten Instituts für Wehrmedizinalstatistik und Berichtswesen der Bundeswehr, Oberstarzt Dr. Franz Adolf Mahlberg, der Vorsitzende des Historischen Vereins, Günter Haffke, und Dieter Ulrich Schmidt, Oberstleutnant a. D. im Gespräch mit der RZ.

Um die Gründungszeit der Bundeswehr in Andernach zwischen den Jahren 1955 bis 1960 anschaulich darzustellen, soll in der 1937 erbauten Holzbaracke eine entsprechende Ausstellung eingerichtet werden. Die Stuben werden so gestaltet, wie sie die ersten Soldaten, die am 2. Januar 1956 in die Kaserne einrückten, vorfanden. Dazu wird Bundeswehrmobiliar aus dieser Zeit, das in verschiedenen Einrichtungen in Deutschland eingelagert ist, nach Andernach gebracht. Auch eine militärgeschichtliche Sammlung aus dieser Zeit wird ihren Platz in der Baracke finden. Darüber hinaus wird die Entstehung der verschiedenen Einheiten, wie beispielsweise aller Truppengattungen des Heeres, des Musikkorps, des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehrverwaltung, in der Baracke anschaulich und mit Originalstücken dargestellt. "Wir setzen auf die Wirkung des Authentischen", sagte der Vorsitzende des Historischen Vereins, der gemeinsam mit einem noch zu gründenden Förderverein die Baracke später betreiben will.

Aber nicht nur das Leben in der Kaserne, sondern auch das Leben der Soldaten in Andernach soll beleuchtet werden. So waren die ersten Soldaten in Andernach nicht überall gerne gesehen. Es gab Spannungen zwischen Zivilisten und Uniformierten, betonte Schmidt. Auch an die Tanzklubs, in denen die Soldaten häufig ihre Freizeit verbrachten, werde in der Ausstellung erinnert, sagte Schmidt.

Zunächst aber muss die alte Baracke saniert werden. Welche Schritte dafür notwendig sind, das sprechen Bundesverteidigungsministerium, Landesbau- und Denkmalschutzbehörde gemeinsam ab. Bis zum Frühjahr 2010 soll die Baracke renoviert und saniert sein. Dann beginnt die Einrichtung der Ausstellung, sagte Schmidt. Im Herbst kommenden Jahres könnte alles fertiggestellt sein.

Dann werden die Verantwortlichen einen langen Weg zurückgelegt haben. "Schon seit vielen Jahren ist es unser Wunsch, dass die Wiege der Bundeswehr entsprechend dokumentiert wird", berichtete Mahlberg. Die Idee, eine Baracke entsprechend herzurichten, reifte immer weiter. Gemeinsam mit dem Historischen Verein wandte sich der Institutsleiter an die Denkmalschutzbehörde - schließlich mit Erfolg. Denn auch die Denkmalschützer wissen um die Geschichte der Bundeswehr, die in Andernach ihren Anfang nahm.

Doch als erstes nutzte die Wehrmacht das 1937 errichtete Truppenlager als Luftwaffenlazarett. Nach Kriegsende besetzten amerikanische Truppen die heutige Kaserne. Es folgten französische Einheiten, die die Einrichtung als Lazarett nutzten. 1955 übernahmen die ersten deutschen Soldaten und Verwaltungskräfte die Kaserne, um die "Wiege der Bundeswehr" vorzubereiten. Am 2. Januar 1956 kamen die ersten Rekruten nach Andernach. Und am 20. Januar stellte Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bundeswehr in Andernach offiziell in Dienst. (chm)

RZO