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Musik

Whitney Houston feiert ihr Comeback

New York Vor einigen Jahren noch schien Whitney Houston am Ende.

Abgemagert zum Skelett, gezeichnet von einer zerrütteten Ehe, Alkohol und Drogen stand die einst erfolgreichste Sängerin der Welt vor dem Aus.

Doch jetzt kehrt die Soul-Diva mit einem Paukenschlag zurück: Nach fast siebenjähriger Pause erscheint am 1. September weltweit ihr neues Studioalbum «I Look to You».

In New York stellte die 45-Jährige ihr neues Werk diese Woche erstmals einem US-Publikum vor. Zu den handverlesenen Gästen gehörten Alicia Keys, Martha Stewart und ihre Mutter, die Sängerin Cissy Houston. «Vor drei Jahren hatte ich noch vor, auf eine Insel zu ziehen und einen Obststand aufzumachen», witzelte die blendend aussehende Whitney nach Angaben des «People»-Magazin. «Aber meine Mutter hat gesagt: "Ich bin es leid, immer nur Radio zu hören. Ich will endlich neue Songs von Dir."»

Und so hat Whitney Houston das gemacht , was viele ihr nicht mehr zugetraut hätten. Sie brachte ihr Leben in Ordnung, unterzog sich einer Entziehungskur und arbeitete dreieinhalb Jahre lang an den neuen Songs. «I Didn't Know My Own Strength» (Ich kannte meine eigene Stärke nicht) - so heißt bezeichnenderweise ein Titel auf dem Album. «Jetzt wird einem klar, wie sehr wir sie vermisst haben», sagt ihr Entdecker und langjähriger Label-Chef Clive Davis.

20 Jahre war Houston alt und bereits ein begehrtes Model, als der US-Musikmogul die Sängerin erstmals hörte und aus dem Stand unter Vertrag nahm. Schon ihre erste Platte «Whitney Houston» (1985) war ein Hit. Die schwarze Sängerin aus dem US-Bundesstaat New Jersey wurde für ihre außergewöhnliche, drei Oktaven umfassende Stimme bejubelt. Mit ihren eingängigen Liebesballaden fand sie auch bei weißem Publikum Zuspruch und ebnete so - ähnlich wie Michael Jackson - vielen schwarzen Künstlern nach ihr den Weg.

In einem beispiellosen Höhenflug wird die Sängerin, genannt «The Voice», zum Vorzeige-Star schlechthin. Mit Hits wie «I Wanna Dance With Somebody» und «Greatest Love of All» stürmt sie weltweit die Charts. Inzwischen hat sie mehr als 140 Millionen Alben verkauft und über 400 Preise gewonnen, darunter 2 Emmys und 6 Grammys. Ihre Soul-Ballade «I Will Always Love You» aus dem Film «Bodyguard» (1992), in dem sie auch die Hauptrolle spielt, ist bis heute eine der erfolgreichsten Singles aller Zeiten.

Doch der Ruhm fordert seinen Preis. Von Mitte der 90er Jahre an fällt Houston mehr durch ihr Verhalten als durch neue Musik auf. Vor allem ihre stürmische Ehe mit dem R&B-Sänger Bobby Brown sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Das ungleiche Paar hatte sich 1989 kennengelernt und drei Jahre später geheiratet. 1993 kam die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina auf die Welt.

«Sie haben uns anfangs keine sechs Minuten gegeben, aber wir haben es auf über zehn Jahre gebracht», sagte sie später. Doch es ist ein ständiges Auf und Ab. Er kommt wegen Drogen und Alkohol immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und muss mehrfach hinter Gitter. Zunehmend gerät auch sie mit in den Strudel. Einmal werden sie gemeinsam mit Rauschgift erwischt, ein andermal ruft sie nach einem handgreiflichen Streit sogar die Polizei.

Ihr eigene Karriere beginnt zunehmend zu leiden. Sie erscheint nicht zu Proben, lässt Termine platzen und taucht bei Konzerten einfach nicht auf. Selbst als ihr lebenslanger Freund Clive Davis im Jahr 2000 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wird, sagt sie ihren Auftritt kurzfristig ab.

Bei einem Konzert zum 30. Bühnenjubiläum von Michael Jackson ein Jahr darauf ist sie nur mehr ein Wrack - durcheinander und abgemagert bis auf die Knochen. Als sie am nächsten Tag erneut nicht zu einem Auftritt erscheint, munkelt Hollywood, sie liege im Sterben.

«Ich habe viel gefeiert. Wirklich, ich habe mir die Seele aus dem Leib gefeiert», sagt sie 2002 in einem denkwürdigen TV-Interview, in dem sie ihren Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsum zugibt. «Aber irgendwann kommt man an einen Punkt, wo man weiß, dass die Party vorbei ist.»

Von ihrem Mann ist Houston inzwischen seit zwei Jahren geschieden, die 16-jährige Tochter lebt bei ihr. Bobbi habe ihr in den vergangenen Jahren immer wieder die Kraft gegeben, durchzuhalten, sagt die Sängerin. «Sie hat mich ermutigt und inspiriert. Wenn ich sie anblicke und ihr in die Augen schaue und mich sehe, dann sage ich mir: Okay, ich schaffe es, ich schaffe es.» Von Nada Weigelt, dpa

dpa-infocom