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Musik

Noel Gallagher lästert über den Jackson-Hype

London Oasis-Gitarrist Noel Gallagher (42) nimmt die momentane Dominanz von Michael Jackson in den Charts und im Radio mit britischem Humor.

«Er wird noch zu Weihnachten einen Nummer-Eins-Hit in England haben», sagte der Britpop-Musiker aus Manchester augenzwinkernd in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. «Wer weiß schon, was passieren wird? Wenn ich sterbe, wird es ein Weihnachtslied geben.» Gallaghers Vorname Noel steht im Französischen für Weihnachten.

Jackson bedeute ihm «rein gar nichts», sagte der streitsüchtige Bruder von Oasis-Frontmann Liam. «Insofern verstehe ich nicht, was das ganze Gewese um ihn soll. Waren die Beatles nicht bedeutender?» Für Gallagher waren sie es - auch wegen seines Musikgeschmacks. «Ich mag Rockmusik im Stil der 60er, das höre ich meistens. Aber ich höre auch Dance-Musik. Ich mag keinen Hip Hop oder Reggae, nur ganz wenig davon aus den 80ern.»

Mitte der 90er Jahre waren Oasis auf dem Höhepunkt der Britpop-Musik eine der gefragtesten Bands - neben Blur. Die Gruppe um Sänger Damon Albarn hatte sich vor fünf Jahren aufgelöst und kehrte in diesem Sommer für wenige Konzerte auf die Bühne zurück. Gallagher hat Blur live zuletzt «1992 oder 1991» gesehen. Er habe sie auch nicht vermisst. «Nun, ich bin kein Fan, ich kaufe ihre Alben nicht, ich höre sie nur im Radio, aber es ist schön sie wiederzusehen - um derentwillen und den Willen ihrer Fans.»

Der Gitarrist genießt immer noch das ständige Tingeln von einem Konzertort zum nächsten. Die Reisen zu Festivals stünden dabei wie eine Mini-Welttournee für sich. Mehr als «eine Melodie zu singen und Zeit zu schinden» verspreche er den Veranstaltern zwar nie, sagte Gallagher. Der Eindruck von Zuschauern, er sei gelangweilt, täusche aber. «Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich einsame Spitze, weil ich mich so sehr konzentriere», laute sein Erfolgsrezept. «Ich brenne da oben wirklich, aber ich bin kein Schausteller. Ich kann nicht gleichzeitig Gitarre spielen und herumhampeln wie ein Clown.»

Oasis habe im Juli auf dem verhältnismäßig kleinen Indie-Elektro- Festival «Melt!» bei Leipzig vor rund 15 000 Zuschauern gespielt, «weil wir ein Vermögen bezahlt bekommen haben», sagte Gallagher. Aus dem Bandmanagement war dagegen bekanntgeworden, dass die Gallaghers dort wegen der Kulisse mit den riesigen Braunkohlebaggern spielen wollten. «Diese Riesen sind völlig irrsinnig. Ich kann nicht glauben, dass sie nach all den Jahren immer noch stehen. Es ist wie der Szenenaufbau eines Videos der Nine Inch Nails oder so, wie ich mir das Gartenhäuschen von Marilyn Manson vorstelle.»

Auf einen der Bagger zu klettern und dort das Festivalgelände zu überblicken, habe Gallagher sich nicht getraut. Oasis kommen für ein Live-Konzert am 29. August zum Festival Rock am See in Konstanz.

dpa-infocom