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Baskenland: Zu Pferde auf den Pyrenäen-Pfaden

Saint-Jean-Pied-de-Port Einst kannten nur Bauern und Schmuggler die Pfade durch die Pyrenäen.

Auch heute sind auf den Bergen an Frankreichs Grenze zu Spanien kaum Menschen anzutreffen, dafür aber viele Schafe, Kühe und Pferde.

Alle laufen frei umher, fast wie im Garten Eden. Reisende zu Pferde passen gut in das Bild, und Ausritte sind eine prima Möglichkeit, um die Region zu erkunden. In der Nacht gibt es ein heftiges Gewitter. Schwere Wolken regnen sich am Rande des Gebirges ab. Auch am Morgen nieselt es noch. Eingepackt in Regenponchos, satteln die Reiter die Pferde. Die Hufe hallen auf dem Kopfsteinpflaster des mittelalterlichen Städtchens Saint-Jean-Pied-de-Port am Fuße der westlichen Pyrenäen. Es ist ein Ort des Aufbruchs zur letzten Etappe des Jakobswegs auf französischem Boden. Die Pilgerroute führt von hier über die Berge nach Spanien.

Der Aufstieg ist harte Arbeit für die Pferde. Von weitem sind winzige weiße Punkte in der grünen Wiesenwelt auszumachen - beim Näherkommen entpuppen sie sich als Schafe. Auch der Schäfer ist nicht weit. Wie um ein Klischee zu bedienen, trägt er Baskenmütze und einen Holzstab. Das Mittagessen wird auf dem Col de Munhoa in 1021 Metern Höhe eingenommen. Es gibt Brebis-Käse aus roher Schafsmilch mit Marmelade von schwarzen Kirschen und danach Baskischen Kuchen.

Schnell verinnerlicht die Gruppe den Rhythmus der Woche, einer Gebirgsreise zu Pferde: Aufsitzen am Morgen; fünf, sechs und manchmal acht Stunden unterwegs sein; den Berg rauf, den Berg runter. Beim Anblick der Landschaft wird das rasch zur Meditation im Sattel. An einem Tag reitet die Gruppe an der französisch-spanischen Grenze entlang, die von einem Stacheldraht markiert wird. Es ist eine grüne Grenze mit Farnen, lila blühendem Heidekraut und Glockenblumen. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. «Früher transportierten hier Schmuggler heimlich Alkohol», erzählt die Rittführerin Sarah Dubreuil. Heute haben die Drogenhändler längst neue Wege gefunden.

Jeden Abend übernachten Pferde und Reiter in einem Dorf auf der Strecke. Ob Espila, Urepel, Saint-Etienne-de-Baîgorry oder Ainhoa: Die roten und grünen Fachwerkbalken und Fensterläden ihrer Häuser stechen ins Auge. Der Stolz jedes Ortes ist die Fläche für Pelote, eine traditionelle Ballsportart. Eine Schulklasse trainiert gerade lautstark. Obwohl der Lederball schnell durch die Luft schießt, bleiben die Pferde gelassen. Jedoch werden die sonst nicht aus der Ruhe zu bringenden Wanderreitpferde etwas nervös, als am Tag darauf zwei Schweine am Berg den Weg blockieren. Da auf dem Pfad niemand ausweichen kann, müssen die Reiter die Eber vor sich hertreiben.

Dann erreicht die Gruppe den Grat einer Bergkette. Der Wind zerzaust die Mähnen. Die Pyrenäen liegen den Reitern auf beiden Seiten des Bergkamms buchstäblich zu Füßen. Der Weg führt in Richtung Westen, und in der Ferne funkelt das Ziel: der Atlantische Ozean. Auf der nächsten Kuppe ist eine Herde Pferde zu erkennen. Schon bald sind die Reiter umringt von neugierigen Pottoks. «Das ist die alte baskische Pferderasse», erklärt Sarah. «Diese robusten Kleinpferde sind mit den Urpferden nahe verwandt.» Wie in Urzeiten grasen die halbwilden Ponys in einer Berglandschaft, die ohne Zäune auskommt.

Informationen: Atout France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Telefon: 0900/157 00 25 (49 Cent/Minute); Tourismusbüro von Saint-Jean-Pied-de-Port, Telefon von Deutschland: 0033/5/59 37 03 57

Offizielle Informationsseite über Tourismus in Frankreich: de.franceguide.com

Weitere Informationen: www.pyrenees-basques.com Von Daniela David, dpa

dpa-infocom