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Festungen hinterm Deich: Burgen rund um Groningen

Midwolda/Bourtange Mehr als 200 Burgen und Schlösser gab es im Mittelalter rund um Groningen in den Niederlanden.

16 haben die Jahrhunderte überstanden und sind heute Museum, Frühstückspension oder Maler-Atelier - wie zum Beispiel in dem kleinen Dorf Midwolda.

Bilder, Bilder und nochmals Bilder: Hunderte Gemälde bewahrt Maya Wildevuur in den hohen Räumen der Ennemaborg auf. «Am liebsten würde ich aus der Burg ein Museum machen», wünscht sich die Malerin. Von ihren Reisen in alle Welt hat sie viele Erinnerungsstücke mitgebracht und in dem hübschen Bau ausgestellt. Wenn die Burgfrau am Wochenende ihr Atelier öffnet, reisen Kunstsinnige aus halb Holland an und bewundern ihre farbenfrohen Werke. «Besonders schön ist es im Frühjahr und im Sommer, die Wiesen strahlen frisch und sattgrün», erzählt Maya Wildevuur. Dann findet sie auch ihre Lieblingsmotive wie den knallroten Mohn und die tiefblauen Kornblumen rund um Groningen.

Maya Wildevuurs Wohnsitz Ennemaborg wurde im 14. Jahrhundert errichtet und ist eine der 16 «Groninger Borgen», die wie Edelsteine in dem abgelegenen Landstrich im äußersten Nordosten der Niederlande glänzen. Mit ihren dicken Mauern und Wassergräben waren sie die Wohnsitze begüterter Bauern. «Und in manchen Fällen dienten sie wohlhabenden Handelsleuten aus Groningen als Sommerresidenzen», erläutert Ida M. Stamhuis, Direktorin der Menkemaborg in Uithuizen. Bis im 19. Jahrhundert die erste Eisenbahnlinie gebaut wurde, reisten die Burgherren mühsam mit kleinen Booten auf schmalen Kanälen an.

Die Menkemaborg wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichtet und ist bereits seit 1927 ein Museum, das jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher anzieht. «Damen- und Herrenzimmer, die überdimensionale prachtvolle Wohnhalle und das Schlafzimmer sind so eingerichtet, als wären die Bewohner nur mal eben außer Haus und würden in der nächsten Stunde wieder eintreffen», erzählt Kunsthistorikerin Stamhuis. Rings um den Backsteinbau wandeln die Besucher durch gepflegte Parkanlagen, die knorrige Buchen gegen die Winde der Nordsee schützen. Vor mehr als 200 Jahren wurde der Barockgarten im französischen Stil angelegt, heute ist er der einzige seiner Art im platten Land bei Groningen.

«Willkommen im Jahr 1742» ist das Motto der Festungsstadt Bourtange, eine gute halbe Autostunde östlich von Groningen gelegen. Damals hatte die fünfeckige Festungsstadt nahe der deutschen Grenze ihre größte Ausdehnung. Bis zu 3000 Soldaten sollen von hier aus das Groninger Land verteidigt haben. Bis in die 60er Jahre verfiel die Anlage mit ihren Wassergräben, haushohen Erdwällen, Kanonen und einstigen Kommandeurshäusern mehr und mehr. Dann wurde 15 Jahre lang restauriert. Heute gibt die wehrhafte Festung, in deren Mauern noch ganze 63 Bewohner leben, ein anschauliches Bild des Mittelalters ab.

«Slapen in de Vesting» in zwölf restaurierten Soldatenwohnungen ist ebenso möglich wie jeweils an einem Wochenende im April das Erlebnis eines nachgespielten mittelalterlichen Schlachtgetümmels. Friedlicher geht es zu bei den Brautpaaren, die sich in Bourtange das Jawort geben und bei Fackelschein in der Umgebung feiern.

Informationen: Niederländisches Büro für Tourismus, Postfach 27 05 80, 50511 Köln; Telefon: 0221/92 57 170; Vesting Bourtange, Willem Lodewijkstraat 33, NL-9545 PA Bourtange; Telefon von Deutschland: 0031/599/35 46 00.

Niederländisches Fremdenverkehrsamt: www.niederlande.de

Touristen-Informationen über Groningen: www.groningen.nl/tourismus

Festung Bourtange: www.bourtange.nl Von Bernd F. Meier, dpa

dpa-infocom