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Mehr Rechte für Bahnfahrer: Bei Verspätung Bargeld

Berlin Von Mittwoch (29. Juli) an erhalten Bahnfahrer per Gesetz erstmals verbindliche Rechte bei größeren Verspätungen und Zugausfällen.

Für die Entschädigung in diesen Fällen haben die Deutsche Bahn und regionale Privatbahnen ein einheitliches Verfahren vorgestellt.

Wann wird eine Entschädigung fällig?

Hat ein Zug am Zielort mindestens 60 Minuten Verspätung, erhalten Fahrgäste 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Und das auf Wunsch auch in bar. Bisher gab es 20 Prozent des Fahrpreises zurück - und zwar lediglich in Form von Gutscheinen. Bei zweistündiger Verspätung sind nach neuer Regelung sogar 50 Prozent Entschädigung fällig. Der Anspruch gilt auch dann, wenn eine längere Verspätung dadurch zustande kommt, dass der Reisende wegen einer kleinen Verspätung im Nahverkehr einen Fernzug verpasst.

Die Regeln gelten gleichermaßen für den Fern- und Nahverkehr. Allerdings dürften Nahverkehrskunden selten in den Genuss einer Rückzahlung kommen. Zum einen sind dort Verspätungen von mehr als einer Stunde sehr selten. Zum anderen gilt eine Bagatellgrenze: Beträge von weniger als vier Euro werden nicht ausgezahlt. Unter bestimmten Umständen werden auch Taxikosten bis maximal 80 Euro erstattet - etwa dann, wenn ein der Fahrgast wegen einer Verspätung anders nicht mehr an seinen Zielort käme.

Gelten die neuen Regeln auch für Fahrkarten, die vor dem 29. Juli gekauft wurden?

Ja, die neue Entschädigungsregelung gilt für alle Reisen, die vom 29. Juli an angetreten werden - unabhängig vom Kaufdatum des Fahrscheins.

Wie komme ich an mein Geld?

Die Deutsche Bahn führt zusammen mit rund 70 Privatbahnen ein einheitliches Antragsformular für die Erstattung ein. Es wird von einem zentralen Servicezentrum bearbeitet. Im Formular muss der geplante und der tatsächliche Reiseverlauf angegeben werden, die Art der Fahrkarte und die gewünschte Form der Entschädigung. Zur Wahl stehen ein Gutschein, die Überweisung aufs Konto oder Bargeld am Schalter.

Möglich ist es auch, einen formlosen Brief an das Servicezentrum mit den nötigen Angaben zu schicken. Die Fahrkarte mit Zangenabdruck des Schaffners muss beigelegt werden und im Regelfall auch eine Bestätigung des Zug- oder Bahnhofspersonals über die Verspätung. Das Servicezentrum könne aber auch im Nachhinein herausfinden, welche Züge mit welcher Verspätung unterwegs waren, hieß es.

Bekommen auch Inhaber von Zeitkarten Geld zurück?

Ja, die Bahn hat dafür Pauschalbeträge festgelegt. Für eine Verspätung von 60 Minuten bekommen Zeitkartenbesitzer des Nahverkehrs eine Gutschrift von 1,50 Euro. Sie müssen also mindestens drei solcher Verspätungen geltend machen, um die Mindestgrenze von vier Euro zu überspringen (siehe oben). Inhaber von Fernverkehrs- Zeitkarten bekommen fünf Euro pro 60-Minuten-Verspätung.

Wie werden Streitfälle gelöst?

Bis November ist für Streitfälle die Schlichtungsstelle Mobilität beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) zuständig. Sie wird im Dezember ersetzt durch eine Schlichtungsstelle öffentlicher Verkehr, die die beteiligten Verkehrsunternehmen selbst finanzieren.

Wie kam das Fahrgastrechte-Gesetz zustande?

Es nimmt eine EU-Verordnung vorweg, die im Dezember gültig geworden wäre. Einige Spezialregeln für den Nahverkehr wurden ergänzt.

Infos zu Fahrgastrechten (Webseite noch im Aufbau): www.fahrgastrechte.info

Übersicht der Fahrgastrechte bei der Deutschen Bahn: www.bahn.de/fahrgastrechte Von Bernd Röder, dpa

dpa-infocom