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ADAC-Test: Dicke Mängel bei griechischen Autofähren

München Ein defektes Rettungsboot, fehlende Querschotten im Autodeck und unzureichendes Notfall-Training der Besatzung - die Autofähren in Griechenland weisen zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel auf.

Beim ADAC-Fährentest 2009 fielen deshalb von den 14 überprüften griechischen Schiffen vier - oder knapp ein Drittel - wegen gravierender Mängel glatt durch, wie der Autoclub am Donnerstag (30.7.) in München mitteilte. Testleiterin Sabine Zuschrott nannte das Ergebnis der ADAC-Stichprobe «enttäuschend und alarmierend». Sie appellierte an die Reeder, mehr Geld für die Sicherheit ihrer Schiffe auszugeben. Nach früheren Auffälligkeiten hatte der Autoclub den diesjährigen Fährentest allein auf Griechenland beschränkt.

Von den getesteten Fähren fielen eine mit der Gesamtbewertung «sehr mangelhaft» und drei mit «mangelhaft» durch, vier Schiffe erhielten lediglich die Note «ausreichend». Fünf Fähren schnitten mit «gut» ab, aber nur für eine gab es ein «sehr gut». Als Tester waren Ende Mai und Anfang Juni unabhängige nautische Sachverständige unterwegs.

Testsieger war nach ADAC-Angaben die «Ionian King» der Reederei Agoudimos Lines, die zwischen Patras auf dem Peloponnes und Igoumenitsa auf dem griechischen Festland verkehrt. Die 18 Jahre alte Fähre bekam in vier von fünf Kategorien Bestnoten, ein dickes Lob gab es auch für «die sehr gut ausgebildete und verantwortungsbewusste Crew».

Testverlierer war die «Sardinia Vera» der Reederei Kallisti Ferries, die zwischen Piräus auf dem griechischen Festland und Vathi auf der Insel Samos unterwegs war. Den technischen Zustand der 34 Jahre alten Fähre, aber auch das Sicherheitsbewusstsein der Mannschaft nannte der ADAC besorgniserregend: Ein Evakuierungssystem war nicht vorhanden und ein schnelles Rettungsboot war nicht einsatzbereit. Vor allem aber fehlten die vorgeschriebenen Querschotten, die bei Wassereinbruch das Fluten des Autodecks verhindern sollen.

Bei Fährunglücken sind in den vergangenen Jahren immer wieder viele Menschen ums Leben gekommen. «Die Sicherheit der Passagiere muss immer im Vordergrund stehen», betonte ADAC-Vizepräsident Max Stich. Die griechischen Behörden müssten endlich Druck machen, dass die Reedereien ältere Passagierfähren entweder nach neuesten Sicherheitsstandards nachrüsten oder diese ganz ausmustern

Mehr Infos zum Test: www.adac. de/Tests/Mobilitaet_und_Reise/default.asp unter «Fährentest» Auf Notausgänge und Rettungswesten achten Passagiere sollten nicht versuchen, mit Laien-Kenntnissen die Sicherheit eines Schiffes zu beurteilen. Wichtiger ist es, sich vorab zu informieren und sich dann an Bord mit den Gegebenheiten vertraut zu machen, rät Sabine Zuschrott, Projektleiterin des Fährentests beim ADAC in München. Denn: «Auch ein altes Schiff mit etwas Rost muss nicht wirklich eine Rostlaube sein.»

Schon vor der Reise können Passagiere wichtige Informationen über Alter und Ausstattung des Schiffes einholen. Allerdings ist nicht immer klar, ob das genannte Schiff an dem gebuchten Termin dann tatsächlich die Strecke fährt, oder ob es gerade anderswo im Einsatz ist.

Direkt an der Fähre sollte dann nicht in erster Linie darauf geachtet werden, ob zum Beispiel ein Feuerlöscher ordentlich in der Halterung hängt. Wichtige Informationen für den Notfall bietet beispielsweise die Beobachtung der Crew: «Dabei geht es darum, ob man bemüht ist, dem Passagier Fragen zu beantworten - oder ob es der Crew eher egal ist. Zu beachten ist auch, wie man eingewiesen wird, ob das Auto vielleicht auch extra mit einem Keil gesichert wird - und ob das Zusammenspiel der Mannschaft einen organisierten Eindruck macht.»

Einmal an Bord, sollten Reisende sich mit den vorhandenen Sicherheitseinrichtungen vertraut machen, sich die Notausgänge einprägen und herausfinden, wo zum Beispiel Rettungswesten zu finden sind. «Denn wenn etwas passiert, dann muss alles sehr schnell gehen», sagt Zuschrott.

dpa-infocom