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Kein Schadenersatz wegen Warterei auf Mallorca

Berlin Lange Wartezeiten auf dem Flughafen von Mallorca rechtfertigen keine Ansprüche an Veranstalter oder Fluggesellschaften.

Das sagte Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin.

Wegen der zeitweiligen Sperrung des Flughafens von Palma mussten gestern zahlreiche Touristen zum Teil stundenlang vor den Check-in-Schaltern ausharren. Auch etliche Abflüge an deutschen Flughäfen in Richtung Palma verschoben sich, einige davon erheblich.

Weil die Sperrung des Flughafens von der spanischen Regierung angeordnet wurde, handele es sich um «höhere Gewalt», erläuterte Francke. Airlines und Veranstalter könnten daher nicht haftbar gemacht werden, Ansprüche auf Schadensersatz seien ausgeschlossen. «Es gibt in solchen Fällen immer einige, die glauben, sie könnten auf diese Weise die Anzahlung für den nächsten Urlaub bekommen», sagte Francke - in diesem Fall ohne viel Aussicht auf Erfolg. Aber auch wartende Passagiere, die sich auf dem Flughafen auf eigene Faust Verpflegung gekauft hatten, bekämen diese Kosten nicht erstattet.

Zwar gibt es nach einer Wartezeit von mehr als zwei Stunden einen Anspruch auf Betreuungsleistungen. Dazu zählt nach Angaben der Verbraucherschützerin auch Essen in angemessenem Umfang auf Kosten der Fluggesellschaft. Das bedeute aber nicht, dass Fluggäste sich Getränke und Essen einfach selbst besorgen dürfen und hinterher die Kosten abrechnen können.

Pauschalurlauber dürfen auch nicht erwarten, dass sich geplante Reisen nach Mallorca wegen der Vorfälle kostenfrei stornieren lassen. Wer aus Angst vor Terroranschlägen lieber zu Hause bleiben möchte, kann vom Reisevertrag zurücktreten, muss dann aber die dem Vertrag entsprechende Summe zahlen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig hin. Wenn der Reisebeginn unmittelbar bevorsteht, empfiehlt sich ein Anruf beim Reiseveranstalter, um nachzufragen, ob die Reise wie gebucht stattfindet.

Die Verbraucherzentrale in Berlin habe bislang noch keine Anfrage in dieser Richtung bekommen, sagte Geschäftsführerin Francke. «Anders als bei anderen Anschlägen wie in der Türkei.» Die deutschen Urlauber, die für die nahe Zukunft eine Mallorca-Reise gebucht haben, machten sich offenbar nicht soviel Sorgen, dass sie darüber nachdenken, lieber auf den Flug zu verzichten.

Wird eine Pauschalreise wegen des Terroranschlags beeinträchtigt, lassen sich laut der Verbraucherzentrale Sachsen aber Ansprüche an den Veranstalter stellen. Das gelte zum Beispiel, wenn einzelne Bestandteile einer Rundreise ausfallen oder das Hotel gewechselt werden muss. Die Kunden des Veranstalters könnten dann darauf bestehen, nicht den vollen Reisepreis zu bezahlen.

dpa-infocom