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Zu zweit: Decken tapezieren ist Partnersache

Kirchhain Die Zimmerdecke zu tapezieren, ist für Heimwerker als «Einzelkämpfer» oft eine zu große Aufgabe: «Denn der Tapezierer muss auf der Leiter längere Zeit über Kopf arbeiten», sagt Ralf Nolte.

Dieser ist Anwendungstechniker bei der Marburger Tapetenfabrik im hessischen Kirchhain. Dadurch könne es vor allem bei körperlich untrainierten Menschen im Nackenbereich zu Schmerzen kommen. Auch den Armmuskeln setze die ungewohnte Arbeit zu. Mit einem Partner an seiner Seite und der notwendigen Ausrüstung sei diese Arbeit aber auch für weniger geübte Heimwerker machbar.

Vor dem Tapezieren muss die Decke vorbereitet werden. «Denn neue Tapeten verbergen Schäden und Risse im Deckenputz nicht», warnt Ludwig Popp, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Wasserflecken und Nikotin würden nach dem Tapezieren wieder durchschlagen und müssten deshalb vorher behandelt werden. Auch Buckel und Unebenheiten im Deckenputz können die Freude an frisch renovierten Decken schmälern und sollten deshalb vorher ausgeglichen werden.

«Beim Tapezieren wird die Decke immer zuerst bearbeitet», erklärt Holger Borowski, Techniker beim Tapetenhersteller Rasch im niedersächsischen Bramsche. Erst dann kämen die Wände dran. Tapeziert werde immer mit dem Licht vom Fenster weg, damit später keine hässlichen Schatten an der Decke zu sehen sind.

Um ein gutes Ergebnis zu bekommen , muss die erste Bahn gerade ausgerichtet werden. «Erreicht wird dies mit einer Linie, die mit Hilfe einer sogenannten Schlagschnur in 50 Zentimetern Abstand zu einer Wand gezogen wird», erläutert Nolte. Bei einer Standard-Tapetenbahn von 53 Zentimetern Breite können durch das Ausrichten an der Linie Unebenheiten im Putz der Wände ausgeglichen werden.

Nach diesen Vorarbeiten werden die Tapeten zugeschnitten und eingekleistert. «Beim Zuschneiden sollte man nicht die Raumlänge als Maß nehmen, sondern pro Seite fünf Zentimeter dazu addieren», erklärt Nolte. Dadurch, dass die Tapete auf die Wände überlappe, gleiche der Heimwerker mögliche Unebenheiten aus. Die einzelnen Bahnen werden auch beim Tapezieren der Decke gefaltet und zum Einweichen zur Seite gelegt.

Die auf der Tapetenrolle angegebene Weichzeit muss unbedingt eingehalten werden. «Erst dann kann die erste Bahn an der Markierung verlegt werden», erläutert Borowski. Dazu steigt ein Heimwerker auf die Leiter und klebt die Tapete, während eine Hilfsperson mit dem Besen die Tapete hochhält. Die Bahn wird zuerst mit den Händen und dann mit den Tapezierbürsten an die Decke gedrückt. An die Kante der ersten Bahn können nun die anderen Bahnen geklebt werden. Die Nähte können mit Hilfe des Nahtrollers fest angedrückt und auf Stoß gebracht werden.

«Auch moderne Vliestapeten lassen sich gut unter einer Decke verarbeiten», sagt Nolte. Dies sei leichter als das Tapezieren mit Papiertapeten. Denn Vliestapeten müssen nicht eingeweicht werden und die Rolle bleibt beim Verarbeiten fest. Zum Tapezieren mit Vlies werde zuerst an der Decke das Klebemittel mit einer Bürste oder einem Streichroller auf den Untergrund aufgetragen. Die mit Zugabe zugeschnittenen Bahnen würden dann mit der Vliesseite nach außen aufgerollt und in den Kleber eingelegt. Abschließend werde die Bahn mit einer Moosgummiwalze oder einem Tapezierwischer blasenfrei angedrückt. Ansonsten bleiben die Arbeitsschritte die gleichen wie bei Papiertapeten. Strom beim Tapezieren abstellen Bevor mit dem Tapezieren begonnen wird, sollte der Stromkreis in dem betreffenden Raum abgeschaltet werden, rät die Stiftung Warentest in Berlin. Nasser Kleister, Messerklingen und Scheren könnten sonst aufgrund ihrer guten Leitfähigkeit einen lebensgefährlichen Stromschlag auslösen. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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