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Indianernesseln: Eine Pflanze für viele Sinne

Bonn Indianernesseln (Monarden) bedienen drei Sinne: Die Pink-, Rosa-, Rot- und Weißtöne der Blüten und Hochblätter erfreuen die Augen.

Die Nase nimmt starke Düfte wahr, die bei jeder Berührung in Wolken aufsteigen.

Die Zunge genießt ungewohnte Aromen , die sich zu Lamm, Süßspeisen, Risotto und erfrischenden Tees verwenden lassen. Angesichts derartiger Vergnügen lässt sich gut verschmerzen, dass sie empfindlich gegenüber Mehltau sind - die modernen Sorten zum Glück weniger als die alten.

Als kräftige Farbträger passen Monarden wunderbar in sonnige Rabatten. Mit kräftigen Horsten machen sie dort auf sich aufmerksam. Je nach Sorte werden sie nur 30 bis 40 Zentimeter hoch wie die zierliche 'Petite Delight' oder 180 Zentimeter mächtig wie die hellrosa 'Comanche', die bis in den September hinein blüht. Charakteristisch für sie alle sind die kaum verzweigten, vierkantigen Stängel mit den kreuzweise angeordneten Blättern. Auf den Stängelspitzen - manchmal auch etagenförmig darunter - thronen die rundlichen Blütenstände, auf denen sich die langen Blütenröhren öffnen. Zu Kränzchen angeordnet, scheinen sie von innen nach außen über den Blütenstand zu wandern.

Von Juli bis Ende August, oft auch noch länger, stehen die Pflanzen im Schmuck der Blütenröhren, deren Wirkung von den farbigen Hochblättern unterstrichen wird. Wie eine Manschette sitzen sie unter den Blütenständen. Bei 'Gardenview Red' spiegeln sie das lebhafte Rot der Blüten wieder. Bei 'Beauty of Cobham' unterstreicht ein Hochblätter-Kranz in kräftigem Violett die Zartheit der rosa Blüten.

Für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ist diese Farbenpracht ein wahres Schlaraffenland. In ihrer Heimat Nordamerika locken Monarden sogar Kolibris an, die vom Nektar am Grund der langen Blütenröhren naschen. Wer eine Blüte auszupft und an ihr saugt, schmeckt die Süße. Aber noch wichtiger für Nase und Zunge sind natürlich die Aromen in Blättern und Blüten, die sie bei jeder Berührung verströmen. Wer Indianernesseln kauft, sollte vorher probieren, ob ihm der Duft zusagt, denn jede Sorte hat ihre eigenen Nuancen.

Grundsätzlich duften Monarda didyma und die von ihr abstammenden Sorten wie die leuchtend rote 'Squaw' oder die niedrige 'Fireball' nach Bergamotten. Monarda fistulosa, die mehr Trockenheit verträgt, erinnert dagegen deutlich an Thymian oder Oregano. Ihren Kindern wie der violetten 'Scorpion' hat sie das vererbt. Monarda citriodora riecht zitronig. Im Gegensatz zu den vorher genannten ist sie keine Staude, sondern einjährig. Sie muss also jedes Jahr ausgesät werden. Als besonderer Duft-Höhepunkt gilt Monarda fistulosa x tretraploid. Ihr starker Duft erinnert an alte Rosen mit einem Hauch von Lavendel.

Getrocknet liefern ihre Blüten Farbe und Aroma für Potpourries. Frisch passen sie gut zu Cremes und Süßspeisen. Die herberen Aromen der anderen können als Blüten unter Salate gemischt werden. Fein geschnitten aromatisieren aber auch die zarten Blätter Reis- und Tomatengerichte. Erfrischend und wohltuend wirkt ein Tee aus Blättern und Blüten. Schon die nordamerikanischen Indianer nutzten Monarda-Tee bei Erkältungen zum Schwitzen und Schleim-Lösen. Das frische Kraut zerquetscht auf Wunden gelegt, soll die Wundheilung fördern.

Als Pflanzen der offenen Prärie mögen Indianernesseln keine dampfige Luft und keine langsam abtrocknende Gießwasser- oder Regenfeuchte. Sie leiden dann häufig unter Mehltau. Die neueren Sorten sind aber weniger anfällig als die alten. 'Marshall's Delight' beispielsweise gilt als fast immun gegen Mehltau.

Aber auch für die moderneren Sorten ist ein gut mit Nährstoffen versorgter Boden wichtig, damit sie sich wohlfühlen. Ausreichend Platz und ein luftiger Standort, an dem der Wind durch den Horst hindurch geht und die Blätter rasch wieder abtrocknet, verringern den Befall. Stellt sich trotzdem Mehltau ein, hilft Rückschnitt nach der Blüte bis auf den Boden, damit die Pflanze gesund wieder austreibt. Spätestens alle fünf Jahre sollte verjüngt, also aufgenommen und geteilt werden. Auch das hält die Pflanze vital und blühfreudig. So haben Augen, Nase und Gaumen lange Freude an ihr. Tipps für Monarden - Unbedingt Mehltau-resistente Sorten wählen.

- An einen sonnigen, luftigen Gartenplatz pflanzen und ausreichend Platz geben, damit die Luft hindurch streichen kann.

- Nach der Blüte zurückschneiden, damit sie frisch austreiben. Einige Sorten blühen dann ein zweites Mal.

- Frühjahrs- und Sommerpflanzung eignet sich besser als Herbstpflanzung. Die Flachwurzler wurzeln dann bis zum Winter richtig ein.

- Nicht alle Monarden sind ausreichend standfest, daher rechtzeitig aufbinden. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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