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Senior-Tiere haben in Zoos oft Sonderstellung

Neuwied/Landau Mähnenwolf «Bon Jovi» ist inkontinent und Schimpansen-Oma «Ngila» kann ganz schön starrsinnig sein: Auch vor Zoo-Tieren machen Altersprobleme nicht Halt.

«Es ist ja grundsätzlich so, dass Tiere im Zoo oft wesentlich älter werden, als in freier Wildbahn», sagt der stellvertretende Zoo-Direktor in Neuwied, Mirko Thiel. «Das ist wie beim Menschen.» Daher brauchen manche Senior-Zoobewohner mehr Aufmerksamkeit und spezielle Pflege. «Da auch bei Großkatzen die Zähne im Alter schlechter werden, muss dann beispielsweise das Futter klein geschnitten werden», erzählt der Tierexperte.

Zoo-Oma in Neuwied ist Ngila mit 54 Jahren. Ein stolzes Alter - werden doch Schimpansen laut Thiel höchstens 50 bis 60 Jahre alt. «Sie hat in der Gruppe eine ganz spezielle Stellung und mit den Machtkämpfen nichts mehr zu tun», erzählt er. «Sie tröstet viel und schlichtet Streit.» Die Affen-Seniorin habe ihren eigenen Kopf und gehe beispielsweise vormittags aus Prinzip nicht ins Außengehege. «Erst wenn sie mittags ihren Babybrei und auch mal eine Flasche Malzbier hatte, bequemt sie sich raus. Das ist der Altersstarrsinn.»

Mähnenwolf «Bon Jovi» kam zur Weihnachtszeit 1993 auf die Welt - ist also 15 1/2 Jahre alt. Wegen der Inkontinenz verklebe bei ihm das Fell am Bauch - ein medizinisches Problem. «Alle halbe Jahr müssen wir die Stelle rasieren, damit es keine Entzündungen gibt», erzählt Thiel. Dann bekomme Bon Jovi eine Narkose. Ist denn das bei einem so alten Tier überhaupt nötig? Ja, denn der Wolf-Oldie ist trotz seines Alters sehr wehrhaft und hat erst kürzlich bei einer Behandlung ohne Narkose zugeschnappt. «Sein Gebiss ist noch recht gut», sagt Thiel.

Im Zoo Neunkirchen lebt Judy , der viertälteste asiatische Zooelefant, wie Obertierpfleger Dirk Backes stolz erzählt. Die Kuh wurde 1956 in Asien geboren und kam nach Zoo-Stationen in England und Irland 2005 ins Saarland. «Bei ihr ist es wie bei einer alten Oma, da wollen die Knochen auch nicht immer.» Wichtig sei, mit den älteren Tieren ruhig umzugehen. «Die haben schon ihre Eigenheiten und Macken.»

Die Zähne seien bei der 53-Jährigen allerdings noch tipptopp: «Sie kaut noch dicke Äste.» Kein Wunder: Asiatische Elefanten wechseln im Leben sechsmal die Zähne. Bei Judy sind diese Zyklen bereits alle rum, wenn jetzt ein Zahn ausfällt, wächst er nicht mehr nach. Ihre Lebensgefährtin heißt Kirsty - mit 42 Jahren auch nicht mehr die Jüngste. «Judy war früher in ihrer englischen Heimat ein kleine Berühmtheit», berichtet Backes. Es sei die erste Elefantengeburt in einem Zoo in Großbritannien gewesen, als sie 1977 in Chester den Bullen «Jubilee» zur Welt brachte. Er lebte im Zoo von Belfast, sei jedoch vor einiger Zeit wegen Problemen mit den Stoßzähnen gestorben.

Weiterer Oldies in Neunkirchen sind ein übergewichtiger Binden-Waran, der wegen seiner Figurprobleme «Fetti» genannt wird, und die 30 Jahre alte Braunbärin Sophie. «Zu älteren Tieren hat man als Pfleger schon eine andere Bindung - auch wenn man ja eigentlich keine Unterschiede machen soll», gesteht der Pfleger. Aber vor allem die Elefanten hätten auch bei den Besuchern in Neunkirchen eine Sonderstellung.

In Landau verbringt Schimpanse Fips seinen Lebensabend. Er machte wie Judy Schlagzeilen, als er 1999 als erster Affe Europas an Grauem Star operiert wurde - mit Erfolg. Fips kam wie seine Lebensgefährtin Susi 1954 zur Welt. «Die sind beide topfit», sagt Zooverwalterin Christina Schubert. Ein anderer Senior ist dagegen vor kurzem gestorben: Braunbär Jonny lag tot in seinem Gehege. «Seinen genauen Geburtstag kennen wir nicht, aber er wurde mindestens 33 Jahre alt», erzählt Schubert. Nach ihrer Einschätzung werden Zoo-Tiere wegen der moderneren Haltung in den Tiergärten auch zunehmend älter. Dies sei jedoch schon länger so. «Früher konnte es vorkommen, dass etwa Menschenaffen mit Menschenessen gefüttert wurden. Bockwurst und Bier bekam ihnen aber nicht so gut.»

Zooelefant Judy: www.zoo-neunkirchen.de

Schimpanse Fips: www.zoo-landau.de

Affen-Seniorin Ngila: www.zooneuwied.de Von Andrea Löbbecke, dpa

dpa-infocom


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