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Tierische Filmstars: Viel harte Arbeit und Training

Bremen/Wenzendorf Wenn Marco Heyse ruft, kommt seine Schülerschar laut schnatternd angelaufen.

Die 37 Grau-, Streifen- und Kanadagänse sind zwar erst wenige Wochen alt. Trotzdem üben sie schon täglich für ihren großen Auftritt.

Demnächst sollen die Vögel nämlich für den vom NDR geplanten Märchen-Film «Nils Holgerson und die Wildgänse» vor der Kamera stehen. Bis dahin gibt es noch viel harte Arbeit - vor allem für den Trainer der tierischen Filmstars aus der kleinen niedersächsischen Gemeinde Wenzendorf. «Man muss unheimlich viel Zeit mit ihnen verbringen, sonst werden sie wieder wild», erzählt Heyse. Für den Film sollen die Gänse auf Kommando von einem Ort zum anderen laufen oder an einem Bindfaden ziehen können - was gar nicht so einfach ist. «Das sind halt keine Hunde, die auf Befehle hören. Man muss viel mehr mit Leckereien und Trieben arbeiten.»

Doch den 37- Jährigen bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Seit 15 Jahren arbeitet er als Tiertrainer und ist eigentlich immer mit irgendeinem Filmprojekt beschäftigt. Noch dreht er mit Radio Bremen eine Neuauflage des Gebrüder Grimm-Märchens «Die Bremer Stadtmusikanten». In den Hauptrollen sind neben Esel, Hund, Katze und Hahn auch die Bauerstochter Lissi und Knecht Johann zu sehen.

Doch am Set in einem Wald bei Bremen wird schnell klar, wer die eigentlichen Stars des Films sind. «Die Tiere haben absoluten Vorrang. Die Schauspieler müssen sich dem Tempo und der Situation unterordnen», sagt Produzentin Claudia Schröder. Für eine Szene sollen die vier Tiere hintereinander an einer riesigen Baumwurzel vorbeimarschieren, angeführt von Anna Fischer als Lissi mit der Katze auf den Arm. Mit Futter lockt Heyse seine Schützlinge zur Übung die vorgesehene Strecke entlang. Doch als die Kamera läuft, überholt der Hund einfach den Hahn.

Beim zweiten Mal rennt der Esel den Hund beinahe um. Erst nach einigen Wiederholungen ist die Szene im Kasten. Währenddessen versucht sich Fischer als Tierdompteurin. Erst nach vielen Streicheleinheiten und gutem Zureden lässt sich die wild zappelnde Katze auf den Arm nehmen. «Die machen halt, was sie wollen. Man braucht viel Geduld», sagt die 22-Jährige. Manche Schauspieler reagieren eifersüchtig auf ihre tierischen Kollegen, wie Heyse erklärt. «Vor allem wenn der Hund voll im Bild ist und nur die Beine des Menschen zu sehen sind.»    Auch in den Drehpausen stehen die Tiere im Mittelpunkt. Während die Schauspieler Kaffee trinken und Textpassagen üben, kümmert sich ein ganzes Team um das Wohlbefinden der haarigen und gefiederten Stars.

Hund «Kira» lässt sich das Fell abwechselnd von seiner hübschen Kollegin Fischer und einer seiner Betreuerinnen kraulen. Die Eselin «Karina» rupft genüsslich an langen Gräsern. Kater «Kimba» döst vor sich hin und Hahn «Karl-Heinz» vergnügt sich in einem Käfig mit drei Hennen. Etwas abseits wartet sein Stunt-Double «Kurt» auf seinen Einsatz: Er ist der Spezialist für Action-Szenen wie vom Rücken des Esels flattern.

Die weltberühmte Pyramide der Tiere klappt jedoch nur mit Tricktechnik. «Die Katze würde sich nie auf den Hund stellen», betont Heyse. «Das wäre für den wegen der Krallen auch sehr unangenehm.» Der Berliner Tricktechniker Nhat Quang Tran verfolgt deshalb am Set jede Bewegung der Tiere, um später am Computer die Pyramide möglichst realistisch nachstellen zu können. Auch für die Mundbewegungen der sprechenden Filmtiere ist er zuständig, denen Mario Adorf, Bastian Pastewka, Hannelore Elsner und Harald Schmidt ihre Stimmen leihen werden.    

Trotz all der Mühe und des harten Trainings - im Vergleich zu den menschlichen Schauspielern erhalten die Tier-Mimen nur eine geringe Filmgage. Und auch ihnen kann es manchmal ergehen wie ihren zweibeinigen Kollegen. Bei Heyse zu Hause sitzt zurzeit eine Ente beschäftigungslos in ihrem Käfig. Eigentlich sollte sie auch eine Rolle in «Nils Holgerson» übernehmen, sagt Heyse. «Sie wurde aber aus dem Drehbuch gestrichen.» Von Irena Güttel, dpa

dpa-infocom


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