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Storch und Stier im Naturparadies am Bodensee

Salem Urtümlich anmutende Rinder mit gewundenen Hörnern grasen gemächlich zwischen Wiesen und Wäldern, von den umliegenden Nestern schwingen sich Störche über die sanfte Moorlandschaft.

Eine solche Bilderbuchszene einträchtigen Zusammenlebens von Stier und Storch erwartet Wanderer seit einigen Monaten im Salemer Tal. Durch die sogenannte Wiedervernässung des Urstromtals Elsegg im Bodenseehinterland wurde ein Paradies geschaffen, das vielen Vögeln, Amphibien und Insekten als Nahrungsrevier, Brutstätte und Rastbiotop dienen soll. Beweidet wird das wiederbelebte Moor unter anderem von Heckrindern, einer Rückzüchtung der Auerochsen. Das Projekt in Salem ist ein Mosaikstein im Biotopverbund Bodensee, der sich auf etwa 350 Quadratkilometern zwischen Meersburg und Stockach erstreckt.

Gabriela Lindner bückt sich an einem Wasserloch und greift blitzschnell ins Wasser. Als sie die Hand wieder öffnet, sitzt eine kleine schwarze Unke darin: «Sehen Sie, eine Gelbbauch-Unke, das ist eine Pionierart, die an frischen Wasserstellen laicht.» Auch Gras- und Laubfrösche sowie Sumpfschrecken und Königslibellen hat die Biologin vom Naturschutzverband BUND Salem hier schon beobachtet.

Deshalb ist das etwa 13 Hektar große Gebiet beliebtes Ausflugsziel der Störche, die hier Nahrung wie Heuschrecken, Insekten und Frösche finden. Die großen Vögel lieben es, nasse Füße zu bekommen und staksen auf ihren schlanken Beinen suchend durch die sumpfigen Wiesen. Haben sie ein Opfer entdeckt, packen sie mit ihrem spitzen, roten Schnabel blitzschnell zu. Schließlich wollen die Jungen in den Nestern der umliegenden Nestern täglich mit mehr als einem Kilogramm fleischlicher Kost gefüttert werden.

Am Salemer Affenberg, wo in einem Freigehege rund 200 Berberaffen leben, leben dutzende Störche. In zwei Kilometer Entfernung vom Beweidungsprojekt kreisen im Juli und August, wenn die Jungen das Nest verlassen haben, bis zu 60 Störche in den Lüften. Das war nicht immer so: Meister Adebar, Fruchtbarkeitssymbol und «Kinderbringer», war in den 70er Jahren in Baden-Württemberg fast verschwunden. Nach BUND-Angaben gab es 1975 landesweit nur noch 15 Brutpaare. Nun fliegen sie wieder: Durch Zucht, gezielte Zufütterung und Reaktivierung von Feuchtarealen wie in Salem konnte die Weißstorchpopulation in Baden-Württemberg nach BUND-Angaben wieder auf über 300 Brutpaare vergrößert werden.

Geschaffen und finanziert hat die Idylle zwischen den Salemer Ortsteilen Buggensegel und Grasbeuren der Bodenseekreis im Verbund mit der Heinz-Sielmann-Stiftung und der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Rund 200 000 Euro wurden demnach für Grabenaufweitungen, Wasserstauungen, Senken und einen Elektrozaun aufgewandt. Fachlich begleitet wird das Projekt von der Salemer Ortsgruppe des BUND. Von ihr wurden auch die beiden Heckrinder angeschafft, eine Rückzüchtung des vor etwa 300 Jahren ausgestorbenen Auerochsen.

Die robusten Tiere können ganzjährig auf der Weide bleiben, mit ihrem dunklen, dichten Winterfell trotzen sie Temperaturen bis minus 25 Grad. Durch die Abweidung bewahren sie die Wiesen vor der Verbuschung. Einträchtig grasen sie mit einigen Exemplare der Hinterwäldlerrinder, einer vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse, die saftigen, grünen Wiesen ab. Mit von der Partie sind auch drei kleine Kälber. Allein daran zeigt sich, dass die Störche hier häufig vorbeischauen.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND): www.bund.net

Heinz-Sielmann-Stiftung: www.sielmann-stiftung.de

Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg: www.stiftung-naturschutz-bw.de Von Anette Le Riche, dpa

dpa-infocom


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