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Im Wald und in der Stadt: Eichhörnchen zu Besuch

Berlin Mancher sieht sie im Baum vor seinem Fenster umherhuschen. Mancher beobachtet sie, wenn sie im Park umherflitzen.

Und manchem haben sie schon Eicheln im Blumenkasten vergraben: Eichhörnchen leben nicht nur im Wald, auch in der Stadt trifft man sie an.

Bisweilen werden sie sogar handzahm und lassen sich füttern. Mögen tut sie eigentlich jeder. Stefan Bosch aus Sternenfels, der beim Naturschutzbund NABU in Baden-Württemberg Exkursionen leitet, führt das auf das «Kindchenschema» zurück: «Sie haben einen rundlichen Kopf und rundliche Augen - das ist für den Menschen attraktiv», sagt Bosch, der an einem Buch über Eichhörnchen schreibt. Vielen erscheinen sie fast als menschlich, wenn sie aufrecht sitzend an einem Tannenzapfen zwischen den beiden Vorderpfoten knabbern.

Etwa 20 Zentimeter groß wird ein einheimisches Eichhörnchen, fast ebenso lang wird der buschige Schwanz. «Der Schattengebende» oder «Der sich selbst Beschattende» ist die Übersetzung des lateinischen Gattungsnamens (Sciurus Vulgaris), erklärt Bosch.

Der Schwanz hilft dem Nager aber auch , im Flug nach dem Sprung das Gleichgewicht zu halten, sagt Ursula Bauer, Biologin bei der Aktion Tier in Berlin. Krallen und kräftige Hinterbeine helfen den Hörnchen dabei, Baumstämme hochzulaufen und von Ast zu Ast zu springen.

Tanya Lenn von der Eichhörnchen-Hilfe Berlin-Brandenburg kennt zwei Theorien für den deutschen Namen: Die Eiche als Lebensraum könnte ihn hervorgebracht haben. Der indogermanische Wortstamm «aig» für «sich heftig bewegend» könnte aber ebenso verantwortlich sein.

Ein charakteristisches Merkmal ist laut Lenn ihr «unglaublicher Bewegungsdrang». Er hat einen schnellen Stoffwechsel zur Folge, der dazu führt, dass Eichhörnchen unglaublich viel fressen. Da sie etwas Unbekümmertes an sich haben, würden Tiere aus Zuchten sogar in der Therapie eingesetzt.

Sie haben einen großen Überlebenswillen, sagt Lenn. Er sei die Triebfeder für das Annähern an Menschen. Als «Kulturfolger» können sich Eichhörnchen der Welt der Menschen anpassen. «Sie kommen zum Beispiel mit Krach zurecht und lassen sich sogar füttern», so Bauer.

Etwas Grün und einen Baum zum Wohnen brauchen sie aber, so Bosch. Besonders aktiv sind sie im Frühjahr: «Im Januar und Februar ist Paarungszeit, im März oder April kommt der erste Wurf. Und wenn die Jungen das Nest verlassen, kann man sie auch im lockeren Verbund zu mehreren beobachten.»

Nach einem halben Jahr geht die Mutter ihrer eigenen Wege. Die Väter beteiligen sich nicht an der Brutpflege, sagt Bauer. Bis dahin müssen die Kleinen gelernt haben, zu überleben. Auf weiter Flur sind sie nie zu sehen. Denn ihre Feinde sind Marder, Habichte und Krähen.

«Nehmen Sie ein paar Nüsse mit und legen sie die im Park auf den Boden. Dann hocken Sie sich in einiger Entfernung hin und warten», rät Bauer Menschen, die Eichhörnchen beobachten wollen. An manchen Stellen gibt es sogar «futterzahme» Exemplare, so Bosch, in manchen Parks oder an manchem Wanderweg etwa. «Da haben es vorwitzige Tiere irgendwann einmal ausprobiert, sich vom Menschen füttern zu lassen. Und dann ist das von Generation zu Generation so weitergegangen.

Grundsätzlich sind die Tierschützer aber dafür, dass der Mensch Abstand hält. «Es verändert das Wildleben - das merken wir zum Beispiel an Wildschweinen, die nach dem Anfüttern immer wieder in die Vororte kommen», sagt Bauer. Wildtiere sollten wilde Tiere bleiben. Was Eichhörnchen fressen Eichhörnchen sind keine Räuber. Dass sie Vogeleier aus Nestern stehlen oder Jungvögel verspeisen, sei eine Mär, sagt Tanya Lenn von der Eichhörnchen-Hilfe Berlin-Brandenburg. Zumindest habe sie in der langjährigen Pflege festgestellt, dass die Hörnchen Vögel und angebotene Eier verschmähen. Sie fressen vor allem ölhaltige Samen, Zapfen von Nadelhölzern, Nüsse und Obst. Die Experten empfehlen deshalb, ihnen höchstens frisches oder Trockenobst hinzulegen, einheimische Nüsse oder Sonnenblumenkerne. «Bitte keine Schokolade», sagt Lenn. Auch an Trieben und Baumrinde nagen die Säugetiere. Von Thorsten Wiese, dpa

dpa-infocom


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