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Motorrad-Braut mit Pfoten ist verrückt nach der Harley

Washington Nach Motorrad-Braut Selvey dreht sich jeder um. Außer einer Brille und einem Halstuch trägt sie nichts, auch keinen Helm.

Ihre Zähne blitzen, und wenn sie vorbeiflitzt, flattern die schimmernden dunklen Haare im Wind. Und auch die Ohren.

Selvey ist ein Hund - und verrückt nach «ihrer» Harley-Davidson. Rund 100 000 Kilometer hat die Mischlingsdame bereits auf amerikanischen Straßen zurückgelegt, sicher, bequem und luxuriös thront sie auf dem Rücksitz des Motorrads, gesteuert von Herrchen Alan Ribner. Der 47-jährige Autoverkäufer aus Leesburg im US-Staat Virginia hat für seine begeisterte Mitfahrerin eigens einen Sitz aus Straußen-Leder anfertigen lassen, innen gefüttert mit Fell. Vor jeder Tour hebt er die stolzen 50 Hunde-Pfunde in den Sattel und schnallt sie fest. Der Sitz ist abgenutzt, denn Selvey kann es einfach nicht lassen. Schon wenn Ribner den Schlüssel ins Zündschloss steckt, fängt sie begeistert an zu bellen. Und ihr fröhliches «Wuff Wuff» begleitet weiter den Motorrad-Lärm wie im Takt, Kilometer über Kilometer.

Längst hat Ribner den Gedanken an eine zweibeinige Mitfahrerin aufgegeben und auch den Gedanken daran, sich ohne Selvey auf den Weg zu machen - das würde ihr das Herz brechen, sagt er. Denn er braucht seiner Rad-Partnerin nur mit ihrer Schutzbrille zuzuwinken, da sitzt sie schon in den Startlöchern, bereit zur nächsten Tour auf der Piste. Und daheim in Leesburg verbringt sie oft ihre Zeit damit, das aus Sicherheitsgründen in Ribners Haus geparkte Fahrzeug zu bewachen, damit es sich ja nicht ohne sie von dannen macht. «Manchmal sitzt sie so den ganzen Tag», schildert der Amerikaner. «Sie ist einfach süchtig.»

Die ungewöhnliche Liebe zum Power-Zweirad begann vor gut neun Jahren. Das war kurz nachdem Ribner die schwarze Hündin mitten auf einer Straße fand, schwach, krank, hungrig, apathisch und heimatlos. Ribner und seine damalige Freundin, eine Tierärztin, nahmen den Vierbeiner auf, und schnell wurden der Adoptiervater und sein Schützling unzertrennlich. Selbst seit langem ein eingefleischter Motorrad-Fan, kam Ribner auf die Idee, auch seine Harley mit dem Hund zu teilen. Schon bei einer ersten kleinen Testfahrt angeschnallt auf einem Spezialsitz, erzählt Ribner, leckte Selvey Blut. «Sie wedelte mit dem Schwanz, so glücklich, wie ein Hund nur sein kann. Seitdem lässt sie für eine Tour jeden Fressnapf stehen.»

In seiner Heimatregion nahe Washington ist das Duo längst bekannt, und wenn die Beiden durch die Gegend düsen, winken Autofahrer und machen Passanten Fotos. Inzwischen haben Ribner und seine Braut schon bis zu zwölfstündige Touren unternommen, die Küste hinauf nach Neuengland, mit Pausen, versteht sich, und kühlen Duschen aus einer Wasser-Spraydose für Selvey bei heißem Wetter. Und sogar danach, sagt Herrchen, würde die Hundedame am liebsten noch weiterfahren.

Ab und zu werden die Beiden von der Polizei gestoppt, schließlich trägt Selvey keinen Helm, und das ist gegen das Gesetz. Aber immer erhielten sie grünes Licht für die Weiterfahrt, ließen sich auch Tierschützer davon überzeugen, dass Selvey wirklich mit Leidenschaft dabei und nicht etwa das Opfer eines «Spinners» ist, der Aufmerksamkeit erregen will.

Elf oder zwölf Jahre ist die Hündin inzwischen alt und damit eine Seniorin. Das fordert seinen Zoll: Selvey steht nicht mehr länger im Sattel, sondern sitzt nun. Aber weiter legt sie sich in die Kurven wie ein Profi - und kann ihre Schnauze schlicht nicht vollkriegen. Von Gabriele Chwallek, dpa

dpa-infocom


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