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Unters Messer oder nicht? Kastration bei Hunden

Hamburg/Hannover Wer einen Hund kauft, steht irgendwann vor der Frage: kastrieren oder nicht? Im Gegensatz zu Katzen werden Hunde meist nicht kastriert, um Nachwuchs zu vermeiden: Die Gesundheit und erwünschte Verhaltensänderungen stehen im Vordergrund.

«Kastration ersetzt aber keine Erziehung», sagt die Tierpsychologin Ute Baumeister aus Hamburg. Verbreitet und trotzdem unzutreffend ist die Annahme, Rüden würden kastriert, Hündinnen aber sterilisiert. Unabhängig vom Geschlecht sei Kastrieren üblich, erläutert Ursula Rupp, Ärztin an der Tierklinik am Alzeyer Kreuz in Rheinland-Pfalz. «Bei einer Kastration werden den Hündinnen die Eierstöcke und bei den Rüden die Hoden entfernt.»

Den Weibchen wird dazu meist der Bauch aufgeschnitten. Die etwa halbstündige Operation ist aber auch endoskopisch möglich. «Dann müssen keine Fäden gezogen werden, die Wunde heilt schneller, und der Hund braucht keine Antibiotika», nennt die Tierärztin die Vorteile. Unkomplizierter ist eine Kastration bei Rüden: Sie dauert etwa 20 Minuten und wird ebenfalls unter Vollnarkose vorgenommen.

Doch Rupp verweist auf das Tierschutzgesetz. Das Entfernen von Organen oder Körperteilen ist danach ohne medizinische Notwendigkeit verboten. Es gibt aber Ausnahmeregelungen. Erlaubt ist die Operation etwa, wenn ohne sie eine weitere Haltung des Tieres unmöglich wäre.

Ein weiterer Irrglaube lautet , eine Hündin müsse vor dem Eingriff einmal Welpen zur Welt gebracht haben. «Weil das Gesäuge bei ihnen schon mal aktiv war, haben sie sogar ein größeres Krebsrisiko», sagt Ursula Rupp. Vielmehr sollten Hündinnen zum Vermeiden von Krebs möglichst vor der ersten Läufigkeit kastriert werden.

«Dann ist die Krebs-Wahrscheinlichkeit gleich Null», sagt Prof. Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Wird der weibliche Vierbeiner vor der zweiten Läufigkeit kastriert, liege die Wahrscheinlichkeit bei etwa acht Prozent.

Auch der Gesundheit von Rüden kann Kastrieren nützen. «Die Prostata vergrößert sich bei ihnen in der Regel ab einem Alter von drei bis vier Jahren», sagt Nolte. Das kann zu Problemen beim Kot absetzen führen. Weil nach einer Kastration keine Sexualhormone mehr ausgeschüttet werden, verkleinert sich die Prostata.

Allerdings wird auch etwas größer: der Appetit. Hinzu kommt, dass kastrierte Hunde weniger Kalorien verbrauchen. Passt das Herrchen nicht auf, ist Übergewicht oft programmiert. «Viel Bewegung ist sinnvoll, außerdem gibt es auch für Hunde Light-Produkte», rät Nolte.

Viele Halter hoffen, dass das Kastrieren unerwünschtes Verhalten zurückdrängt. Dominantes oder aggressives Verhalten lässt sich aber nur bedingt beeinflussen. «Das sind oft Erziehungsprobleme», sagt Baumeister: Ist der Mensch als «Rudelführer» unsicher, will der Hund das «Rudel» schützen.

Macho-Verhalten von Rüden wird nach der Kastration zwar geringer, aber lammfromm werden sie nicht: Sie haben das aggressive Verhalten erlernt und benehmen sich auch entsprechend, wenn der eigentliche Auslöser - Testosteron - nicht mehr produziert wird. Von Sabine Maurer, dpa

dpa-infocom


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