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Lifestyle

Armani und Dior zeigen Klasse bei Haute Couture

Paris Mit Glitzer-Schick vom Feinsten setzte Giorgio Armani der Haute Couture am Dienstag (7. April) in Paris ein Highlight auf.

Mit seinen Luxus-Entwürfen der «Hohen Schneiderkunst» ist der Italiener ein Eckpfeiler der immer rarer besetzten Couture-Schauen geworden.

Vorbei die Zeiten, als chauvinistische Pariser Demonstranten «Armani Go Home» riefen. Zu Armani kommen die Stars. Cate Blanchett (in schwarzem Satinkleid mit China-Druck), Emmanuelle Béart (im tiefroten Plisseehängerkleid) und Claudia Cardinale beklatschten diesmal sichtlich begeistert die Entwürfe für Herbst/Winter 2009/10, die an den Körpern der Models hinabzufließen schienen.

Schwarze, taillierte Samtjacken mit betonten Schultern kombinierte Armani zu Satinhosen in Champagner, kurze Paillettenröcke in Schwarz zum weichen Leopardenjäckchen mit großem Kragen. Alles schimmerte und perlte: Aufgestickte Kristalle, glänzende Bakelitknöpfe, silberne Reißverschlüsse, Strasssteine oder Ohrringe in Form von Metallrädern. Die Grundlinie blieb dennoch schlicht, so dass auch die viel Haut offenbarenden Hosenanzüge mit Pailletten sowie die glitzernden schmalen «Seejungfrauenkleider» für den Abend unschlagbare Klasse bewiesen.

Bei Dior traf Erotik auf Eleganz. Designer John Galliano zeigte am Montag (6. Juli) im privaten Rahmen der aufwendig mit Blütenbouquets geschmückten Salons des Hauses seine Kollektion. Intim war auch das Setting: Der Modemacher hatte sich von Nachkriegsfotos Christian Diors und seiner Hausmannequins beim Ankleiden vor einer Schau inspirieren lassen. Und so konnte er unbekümmert Wäschelook und phantastisch gearbeitete Roben mixen, Cocktailkleider und Strumpfhalter.

Das pinkfarbene Tanzkleid mit Tellerrock aus Seidentaft trug eine hautfarbene Spitzencorsage als Oberteil, ein sanft geschwungenes Kurzcape aus lavendelfarbenem Mohair wurde von einem Mannequin in Slip und Seidenstrümpfen vorgeführt, das Abendkleid setzte sich aus einem schwarzen Satin-BH und einem zartgelben, mit glitzernden Blüten bestickten Tüllrock zusammen. Selbst die Braut kam zum Schluss in Lingerie: mit einer im Rücken geschnürten hautfarbenen Spitzencorsage und rauschendem weißen Tüllrock. Das Ganze wirkte niemals vulgär, sondern zart und fein.

Auch wenn das Programm dieser Couture-Schauen mit 20 Defilees in drei Tagen sehr reduziert ist: Am Rande der offiziellen Laufstege gibt es noch zahlreiche kleinere Präsentationen von Modemachern, die Couture gleichsam «auf eigene Faust» machen. Der Libanese Georges Hobeika ist einer von ihnen. Reiche Orientalinnen lassen sich gern von ihm das Brautkleid schneidern. Zu seiner Show lief vom Band ein Song mit der Zeile «Luxury is all I see» - entsprechend opulent wirkten die Entwürfe. Roben in Sanduhrsilhouette, bestickt mit silbrigen Kristallen und geschmückt von einer überdimensionalen Schleife aus pinkfarbenem Seidentaft, Kleider aus kunstvoll gewickelten Stoffrosen und Oberteile mit fächerartig auseinanderwehenden Stoffstreifen bewiesen Hobeikas Expertise in Sachen Hoher Schneiderkunst. Doch weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. Von Stefanie Schütte, dpa

dpa-infocom