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Jugend

Leichtgewichte: Die neuen Sneaker sind bunt

Hamburg/Offenbach Der Sneaker ist nicht bloß ein Turnschuh.

Schon lange hat er sich von seiner sportlichen Herkunft gelöst und Fußgängerzonen, Schulhöfe und Clubs erobert.

Seit es ihn gibt, ist er im Prinzip nie aus der Mode gekommen. Diesen Sommer drängt er sich aber besonders in den Vordergrund. Bunt und leicht sind viele der neuen Schuhe, die eigentlich Neuauflagen älterer Modelle sind. Dabei konzentrieren sich die Designer in diesem Jahr vor allem auf Frauen. Denn der Sneaker ist für viele Mädchen ein fester Bestandteil des Outfits geworden - und längst kein reiner Jungenschuh mehr.

Besonders Frauen greifen zur Zeit häufiger zum Sneaker, sagt Markus Wiener, Inhaber des Szenegeschäfts «Sneakology» in Hamburg. Sie tragen den Schuh meist knöchelhoch, bevorzugt werden Materialen wie Canvas. Und gerade Frauen setzten dabei auf die Kombination von Sportlichkeit und Chic, erklärt Helga Cevey, Fashion-Expertin beim Deutschen Schuhinstitut in Offenbach. «Die schmalen Modelle werden gerne mit Blousons und Lederjacken kombiniert.»

Im Sommer wird es bei den Schuhen vor allem bunt, hat Wiener beobachtet. «Auch die Retro-Welle bringt viele alte Modelle in neuen Farben zurück.» Die Schuhe zeichnet ihre enge Silhouette aus. Sie seien darauf ausgelegt, eng geschnürt zu werden. «Leichtigkeit ist oberstes Gebot», sagt Cevey. Gewicht und Sohlenstärke wurden deutlich reduziert.

«Immer mehr Frauen lassen ihre High-Heels für Sneaker stehen», ergänzt Peter Kulawiak aus Köln, selbst Sammler und Betreiber der Internetseite www.sneakerb0b.de. Die Hersteller bringen ihre Modelle daher zunehmend als Damenversionen heraus - in «sleek» und «slim». Nike zum Beispiel habe den neuen «Skinny Dunk» in die Läden gebracht, erklärt Wiener. Er ist im Vergleich zum Vorbild enger geschnitten. Adidas bietet seinen «Top Ten»-Sneaker genauso in einer engeren Sleek-Version an. Auch Reebok hält sein Modell «Freestyle» in etlichen Farbkombination und Sonderausführungen bereit, sagt Wiener. Nike biete außerdem den «Blazer» an, den Frauen gut zu Röhrenjeans und Röcken anziehen können. Beliebt sei auch der «SL72» von Adidas. Er ist im Gegensatz zu den anderen Schuhen flach, außerdem luftig, schmal und ein reiner Sommerschuh. «Aber auch die anderen Hersteller wie Asics oder New Balance gehen mit bunten, engeren Sneakern an den Start.»

Ein Trend seien Regenbogenfarben , ein anderer die Naturoptik, schildert Cevey. Dafür werden vor allem Vintage-Materialien wie Leinen oder Canvas verwendet, auch speziell bearbeitete Leder gehörten dazu. Insgesamt sei eine natürliche Optik mit dezentem Used-Look gefragt. «Das gilt als Ausdruck von Authentizität - eben zurück zur Natur.» Die Entwicklung zum Crossover, der Kombination mehrerer Stile, stehe für eine neue Individualität und Lässigkeit. «Nicht die Einzelteile zeichnen den Träger aus, sondern erst der Mix macht den Look.»

Dass der Sneaker ein individuelles Kleidungsstück geworden ist, zeigt sich auch daran, dass er keiner Szene mehr zugeordnet werden kann. «Sneaker werden ja gerne mit Rap in Verbindung gebracht - dabei sind zum Beispiel die "Air Max" von Nike besonders bei Ravern beliebt», erklärt Wiener.

Neue Sneakerfans und Sammler der alten Stunde müssten nicht mehr in die Großstadt reisen, um fündig zu werden. «Früher haben sich Sammler glücklich geschätzt, wenn sie ausgefallene Schuhe in New York oder Hongkong bekommen haben», sagt Wiener. Heute reiche die Suche im Netz. «Das Internet hat viel zur Sneaker-Kultur beigetragen», ergänzt Kulawiak.

Viele neue Schuhe entstünden in Zusammenarbeit mit Stars wie den Rap-Größen Young Jeezy und Kanye West. «Diese Schuhe lösen einen riesigen Hype aus und gelten unter Sammlern wohl als das Release des Jahres», sagt Kulawiak. Während Frauen eher auf die schmale Linie setzten, seien bei Männern Sondereditionen gefragt, hat Wiener beobachtet.

Der Sneaker habe sich vor allem aufgrund seiner Bequemlichkeit als Alltagsschuh durchgesetzt und sei gesellschaftsfähig geworden, erklärt Wiener. Diesen Sommer geht er einen Schritt weiter und bekennt Farbe. «Die Leute sind heute einfach offener dafür, auch ausgefallene Modelle zu tragen.»

Rund um den Schuh: www.sneakerb0b.de Von Philipp Laage, dpa

dpa-infocom