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Lagerfeld hebt nicht ab - Lacroix gibt nicht auf

Paris Flügel verlieh Karl Lagerfeld seinen Haute-Couture-Entwürfen für Herbst/Winter 2009/10 in Paris.

Von fast allen Gewändern hing ein flügelartiger Stoffschal im Rücken herab, doch dank dessen geradlinigen Schnitts hob nichts in der Kollektion ab.

Anders als in seiner außerirdisch schönen, ganz in Weiß gehaltenen Couture-Schau der vergangenen Saison schien es diesmal zurück zur Erde zu gehen. Lagerfeld zeigte Entwürfe für das ganze Spektrum der reichen Couture-Kundinnen: golden schimmernde zweireihige Tweedmäntel und - kostüme, mit schwarzen Seidenschlaufen besetzte Reifröcke, nachtblaue Cocktailkleider mit Kragen und langer Knopfleiste und Glitzerkleider, die in allen Farben und Mustern des Kaleidoskops schillerten. Dazu gab es Spitzenstrümpfe, hohe Halbstiefeletten und Topfkappen aus schwarzem Netzstoff. Toll waren die fließenden hauchzarten Abendroben, die silbrig schimmernd aus langen Perlenschnüren zu bestehen schienen oder mit feinen Blütenstickereien besetzt waren.

Tränen flossen im Publikum bei Christian Lacroix. Das traditionsreiche Couture-Haus, das in Sachen Handwerkskunst einen weltweiten Ruf genießt, hat kürzlich Gläubigerschutz beantragt und sucht nach wie vor verzweifelt potente Investoren. Diese Couture-Schau war möglicherweise die letzte des Designers, der einst mit südfranzösischer Folklore und überbordender Kreativität die Haute Couture aufmischte.

Die meisten Mitwirkenden hatten gratis gearbeitet, auch die Räume im Musée des Arts Décoratifs waren Lacroix umsonst zur Verfügung gestellt worden. An 24 Modellen, meist in schlichtem Schwarz oder Nachtblau gehalten, zeigte der Meister auf dezente Weise noch einmal sein Können. Schwungvoll wirkten die akkuraten Schnitte, elegant die kleinen Raffungen und zart die Gold- oder Silberornamente, mit denen einige Entwürfe bestickt waren. Tüll und Spitze vervollständigten diese Kollektion, die ganz im Zeichen von Pariser Schick stand.

Givenchy-Designer Riccardo Tisci hatte sich von Arabien und Marokko inspirieren lassen und inszenierte das Bild einer Odaliske. Schwarze Samtjacken im Reiterstil mit Corsagenoberteil, Schleier, Haremshosen und üppig klimpernder Goldbesatz an den Entwürfen wirkten kostbar und fein gearbeitet. Mit Edelsteinen besetzte drapierte Roben in Pudertönen fielen aus dem orientalischen Rahmen und ergaben dennoch ein stimmiges Bild. Etwas morbid wurde es am Ende mit schwarz-weißen kunstvoll drapierten Kleidern, die mit stachelig- spitzem Goldschmuck verziert waren. Von Stefanie Schütte, dpa

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