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Auf Tour: Was zum richtigen Radsport-Outfit gehört

Bremen/Frankfurt/Main Jetzt fahren sie wieder: Das Sommerwetter lockt Sportler und Fans im Urlaub oder zu Hause aufs eigene Rennrad.

Ohne passende Ausrüstung sind aber schnell Sonnenbrand, Erkältung oder Verletzungen die Folge - spezielle Radsportbekleidung ist laut Experten sinnvoll.

Einsteiger haben dabei die Qual der Wahl. Und ein Fehlgriff kann schnell teuer werden: Eine Kombination aus Trikot, Rennhose, Schuhen und Helm kann mehrere Hundert Euro kosten. Grundsätzlich gelte für alle Bekleidungsstücke: Sie sollten möglichst leicht sein, erklärt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen. Schon beim Trikot gibt es allerdings noch mehr zu beachten - angefangen beim Material.

«Ein Baumwoll-Shirt saugt den Schweiß auf, und der Wind kühlt mich aus», sagt Cibulski. «Kunststofftrikots leiten den Schweiß hingegen nach draußen.» Am besten geeignet seien Jerseys mit sogenannten Klimazonen, erklärt Peter Nickel, Technik- und Materialexperte beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Frankfurt. Sie sorgten dafür, dass der Radsportler weniger schwitzt und die Feuchtigkeit schneller wieder trocknet. So werden etwa in den «Xenon»-Trikots der Marke Gore fünf Stoffe kombiniert und auf die Klimazonen des Körpers abgestimmt.

Das «Fission»-Trikot von Vaude soll an heißen Sommertagen für eine gute Belüftung sorgen. Dafür hat das Shirt laut dem Hersteller Netz-Einsätze am Rücken und unter den Armen - den Stellen mit der höchsten Transpiration. Für einen möglichst geringen Luftwiderstand auf dem Rennrad kommt es beim Jersey auf die richtige Größe an. Viele Sportstudenten zum Beispiel machten den Fehler, ihre T-Shirt-Größe als Maß für den Trikotkauf zu nehmen, sagt Radsport-Experte Helmut Lötzerich von der Sporthochschule Köln. «Trikots müssen aber ganz eng anliegen - sonst flattern die wie ein Fähnchen im Wind.»

«Man sollte das auf jeden Fall anprobieren», rät Cibulski. Das Trikot müsse lang genug sein und dürfe - auch in gebeugter Haltung auf dem Rad - den Rücken nicht freilegen. Sinnvoll seien außerdem ein bis zwei Taschen am Trikot, sagt Nickel. Anders als die Profis bräuchten Freizeitradler etwa einen Platz für Haus- oder Wohnungsschlüssel. Typische Renntrikots seien ab rund 50 Euro im Handel erhältlich.

Rennhosen sollten möglichst wenig Nähte haben - vor allem nicht an Reibungsstellen im Beckenbereich, sagt Lötzerich. Andernfalls kann es scheuern und schnell unangenehm werden. Bei Nähten müsse darauf geachtet werden, dass kein Stoff nach innen ragt, betont Cibulski. Dazu kommen Polsterungen: Beim normalen Sitzen liegt das gesamte Körpergewicht auf den Sitzknochen, auf dem Rad verlagert sich das Gewicht und belastet so den Dammbereich und das Schambein. Die meisten Hosen hätten daher ein integriertes Sitzpolster, erläutert Cibulski. «Das mag nicht jeder» - bei manchen Modellen ließe sich das Polster daher auch herausnehmen. Gore wirbt mit einem extrem dünnen Sitzpolster für seine «Xenon»-Hose.

Eine Besonderheit bietet auch die Radhose «Fennec» der Marke X-Bionic. Wie das silbrig-glänzende Fell des gleichnamigen Wüstenfuchses soll die Hose aus Xitanit die Sonneneinstrahlung reflektieren und so vor der Hitze schützen. Im Trend liegen laut Nickel derzeit Hosenträger. Sie sorgten unter dem Trikot für zusätzlichen Halt. Hosenpreise würden bei etwa 50 Euro beginnen.

Deutlich teurer sind die passenden Schuhe. Hier lägen die Preise oft bei rund 100 Euro, sagt Nickel. Grundsätzlich gelte: «Je leichter der Schuh, desto teurer ist er.» Unabhängig vom Preis seien aber alle Modelle mit den drei gängigen Pedalsystemen kompatibel. Nickel schwört zudem auf Rennhandschuhe mit einer Polsterung an den Handflächen - sie schützen schweißnasse Hände vor dem Abrutschen.

Bei längeren Fahrten im Sommer schützten sie außerdem die Handoberflächen vor der Sonneneinstrahlung. Damit wie beim Kurzfinger-Rennhandschuh keine Bräunungsstreifen zurückbleiben, bietet der Hersteller Roeckl Sports aber auch sogenannte Solar-Handschuhe, deren Material die Sonnenstrahlen durchlässt. Noch wichtiger ist aber für Lötzerich, dass Handschuhe beim Sturz vor schmerzhaften Verletzungen am Handballen schützen. Von Tobias Goerke, dpa

dpa-infocom