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Internet-Vordenker bloggt über Krebsleiden

London Internet-Vordenker Jeff Jarvis (54) will im Web 2.0 den Meinungsaustausch über schwere Krankheiten ankurbeln.

Er blogge jetzt auf seiner Internetseite über seinen Prostatakrebs, schreibt der ehemalige Journalist und Medienmanager im «Guardian» am Mittwoch.

Der Autor, der in seinem Buch «Was Würde Google tun?» die Gesellschaft zu mehr Transparenz aufruft, habe «keinen Zweifel gehabt, dass ich nützliche Ratschläge und aufbauende Unterstützung bekommen werde», wenn er sein Leiden mit der Internetgemeinde teile. «Ich bringe Gründe für die Vorteile des öffentlichen Lebens vor, also lebe ich es besser vor.»

Der «Blog-Junkie» habe eigentlich sofort alle Welt von seinem früh entdeckten Krebs wissen lassen wollen. «Ich konnte nicht, weil unser Sohn zu einem Sommerkurs gefahren war, und wir wollten nicht, dass er es auf Twitter erfährt.» Wenn Jarvis noch Restzweifel an radikaler Transparenz hätte, wären sie durch die Reaktionen auf die Krebs-Nachricht zerstreut worden. Genesungswünsche, Ratschläge und Witze habe er in Hunderten von Einträgen und Kommentaren erhalten.

Dem New Yorker Journalistikprofessor sei sogar schon eine Pointe für sein Blog eingefallen, das vor allem durch den Ärger über den technischen Support eines Computerherstellers bekanntwurde. «Ich will eine robotergestützte Operation - wie könnte ich anders als Computerfreak? Meine einzige Sorge ist, dass sie (die Ärzte) mich in den Operationssaal rollen und ich sehe, dass die Maschine von Dell betrieben wird.»

dpa-infocom


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