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Paradies aus Bäumen - Kunje Ketelsens Privatsammlung

Wakendorf II Ganz leise nimmt ein Bussard seinen Beobachtungsposten im Fichtenwipfel ein.

Der schlanke Greifvogel späht auf Teich, Bäume und umliegende Wiesen - schon ist er wieder weg.

Kunje Ketelsen freut sich über solchen Besuch in seinem selbstgeschaffenen Paradies. Aus einer Wiese von der doppelten Größe eines Fußballplatzes und einem alten Haus am Rande eines Dorfes im Kreis Segeberg hat sich der 67-Jährige im Laufe von 35 Jahren ein einmaliges Naturparadies geschaffen.

«Anfangs hatte ich keine Ahnung, nur die Naturliebe», sagt er auf dem Steg des Teiches, der nach seinem Geschmack immer etwas zu viel Entenflott hat, und erzählt von den vielen Irrtümern, die er beging - und die ihn schließlich zum Fachmann für Bäume machten. Ketelsen dachte - nachdem er 1974 das kleine Anwesen in Wakendorf II von einer alten Frau gekauft hatte - auf der gut 13 500 Quadratmeter großen Wiese könnte er eine Baumsammlung (Arboretum) mit allen heimischen Arten anlegen. Das wurde natürlich nichts, das waren viel zu viele. Dafür fühlen sich bei Ketelsen heute neben zahlreiche Sorten von Eichen und Linden, Kastanien und Buchen, Erlen, Birken und Weiden auch Exoten wie Mammutbäume, Kiwis und Feigen wohl. Allein beim Ahorn sind es 50 Sorten. Farbenprächtige Rosen bilden einen duftenden Rahmen. «Ich finde immer noch mal etwas Neues», sagt der ehemalige Deutsch- und Englischlehrer.

Weil die Bäume eng stehen und im Kampf ums Licht schlank und hoch aufgeschossen sind, wirkt das von Wiesen und Feldern umgebene Gelände stellenweise mehr wie ein gezähmter Wald als ein klassisches Arboretum, in dem einzelne Bäume viel Platz haben und ausladende Formen einnehmen. «Bei mir muss man auch nach oben gucken», sagt er und zeigt auf die Spitze eines echten Tulpenbaumes. «Da oben sind zwei Blüten.» Solche Entdeckungen freuen ihn - und er macht sie oft «Jeden Tag gehe ich mindestens einmal durch den Garten.»

Von der kleinen Straße aus, der die Gemeinde netterweise den Namen «Zum Kleinen Arboretum» gab, ist der in Jahren gewachsene Zauber kaum zu erahnen. Dennoch bekommt der im Ort aufgewachsene und auch als Kommunalpolitiker bekannte Ketelsen in letzter Zeit häufiger Besuch. Es hat sich inzwischen ein wenig herumgesprochen, dass in der hügeligen Geest zwischen Henstedt-Ulzburg, Tangstedt und Kayhude dieser besondere Garten auch besichtigt werden kann. «Aber bitte nur nach Absprache», wehrt er freundlich ab. Wie zuletzt Anfang Juli bei der «Langen Nacht der Gärten» oder bei der Aktion «Offener Garten» kommen schon mal mehrere hundert Interessierte.

Inzwischen gibt es auf der anderen Seite der schmalen Straße eine rund 3500 Quadratmeter große Erweiterung mit Klärteich, Bachlauf und einer traumhaften Aussicht über Felder und auf den nahe gelegenen Wald. Inmitten der Natur kommen viele tierische Gäste zu Besuch, auch weniger erwünschte, wie der Fischreiher («Der holt mir die ganzen kleinen Graskarpfen aus dem Teich.») und Wühlmäuse. Gerade die kleinen Nager waren anfangs ein großes Problem. Erst mit Drahtkäfigen um die jungen Pflanzen inklusive Wurzelballen konnte der gebürtige Hamburger die Verluste eindämmen.

Ketelsen, der immer eine Gartenschere in der Hosentasche hat und sein Arboretum ohne fremde Hilfe pflegt, wirkt fit («Manchmal arbeite ich von morgens 7.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr durchgehend.»), denkt aber auch an die Zukunft. Er habe auch schon daran gedacht, ob und wie der Besitz eines Tages in eine Stiftung übergehen könne. «Denn Kinder habe ich leider nicht.» Die Strategie für die nächsten Jahre ist aber klar: «Wenn ich nicht mehr so viel arbeiten kann, bleibt die Natur stärker sich selbst überlassen.»

Aktionswochenende für Gartenliebhaber: www.offenergarten.de Von Sönke Möhl, dpa

dpa-infocom


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