Die „Generation Internet” ist aufgewacht
Jochen Magnus zur Diskussion um Netzsperren
Zu einem brisanten Thema wie Internetsperren gegen Kinderpornografie eine offene Diskussion anzubieten – zumal mitten im Wahlkampf – erfordert Mut. Den hat der Abgeordnete Michael Hartmann aufgebracht. Er nutzte die Veranstaltung in Mainz, um die Verdienste der derzeit glücklosen SPD herauszustellen: Immerhin hat die Partei es geschafft, aus dem überhasteten und einem Rechtsstaat unwürdigen Entwurf aus den Häusern Guttenberg und von der Leyen ein zeitlich befristetes und streng zweckgebundenes Gesetz zu gestalten. Damit kann und muss man jetzt drei Jahre lang leben. Die Freiheit im Netz wird es zwar nicht unmittelbar beschädigen, aber es hat die „Generation Internet” aufgeweckt und politisiert. Sie wird künftig auch die etablierten Parteien immer stärker beeinflussen und sensibilisieren – beide Seiten werden aufeinander zugehen müssen.
Soweit die guten Nachrichten. Die Kehrseite ist, dass sich interessierte Kreise schon jetzt bemühen, die nächsten Stoppschilder im Netz aufzustellen. Das wird viel einfacher sein als heute, weil die technischen Vorrichtungen dazu bereits existieren. Die Netzgemeinde ist zu Recht misstrauisch. Internetzugänge werden bereits heute überwacht (Vorratsdatenspeicherung), der Computer unter Umständen online durchsucht und beim Bundesverwaltungsamt („Bundeslauschamt”?) laufen bald alle Abhör-Fäden von Polizei und Geheimdiensten zusammen. Wer schwafelt da noch vom „rechtsfreien Raum”?





















