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Bayern-Jubel um Kurzarbeiter Ribéry

München Mit dem umjubelten Kurzarbeiter Franck Ribéry entgingen die «neuen Bayern» wenigstens einem erneuten Schock-Erlebnis gegen Werder Bremen, trotzdem steht Louis van Gaal weiter ohne Bundesliga-Sieg da.

Zwei Spiele, zwei Unentschieden - so war vor einem Jahr auch Jürgen Klinsmann in die Saison gestolpert. Gegen Werder blieb van Gaal beim 1:1 (0:1) immerhin eine Heimklatsche wie seinem Vorgänger beim 2:5 im Vorjahr erspart, zu wenig war's trotzdem. «Wir haben nicht so gespielt, wie man sich das wünscht von einem FC Bayern», erklärte Mario Gomez, der das Bremer Abwehr- Bollwerk als einziger überwinden konnte (72. Minute).

Die Hoffnung von Manager Uli Hoeneß , dass die Bayern schon «bald oben wegmarschieren» würden, wird sich so rasch nicht erfüllen. Meister Wolfsburg ist schon wieder vier Zähler voraus. «Wir wollten sechs Punkte nach zwei Spielen. Jetzt haben wir zwei. Wir haben vier Punkte verschenkt, die müssen wir wieder aufholen», rechnete Gomez vor. Das 1:1, «das in Ordnung geht», wie Werder-Coach Thomas Schaaf meinte, sprach nach dem Führungstreffer des starken Mesut Özil (39.) eher für Werder, auch wenn kein Bremer großartig jubelte. «Wir haben einen Punkt, die Bayern zwei - das zeigt, dass Einige mit dem Start nicht zufrieden sind», kommentierte Manager Klaus Allofs.

Das System van Gaal greift in München auf die Schnelle nicht, auch wenn erste hoffnungsvolle Ansätze zu erkennen sind. «Es kann sein, dass wir das Konzept vom Trainer noch nicht so drin haben», räumte Miroslav Klose ein. Van Gaal selbst verblüffte mit der Ansicht, dass ausgerechnet die ersten 30 Spielminuten «hervorragend» gewesen seien: «Ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber mit dem Spiel.»

Ballkontrolle allein genügt aber nicht, «den letzten Pass, die letzte Idee hatten wir sehr lange nicht», monierte Gomez. Deshalb wirkte die Einwechslung von Ribéry fast wie ein Adrenalinstoß. «Franck ist ein Ausnahmespieler, den es nur einmal gibt in der Liga. Da wird unser Spiel gleich anders, da wird es viel flotter, viel aggressiver, da wird es auch viel gefährlicher», betonte Gomez.

Der in der Vorbereitung verletzte Franzose demonstrierte bei seinem 28-Minuten-Einsatz, dass er nach dem gescheiterten Millionen- Transfer zu Real Madrid nicht mehr schmollen will, sondern auch im Bayern-Trikot weiter Gas gibt. «Ich bin sehr zufrieden, dass ich wieder spielen konnte», sagte Ribéry: «Ich habe versucht, das Maximum zu geben, aber da fehlte natürlich noch etwas heute.»

Ribéry erklärte auch die Wechsel-Spekulationen für beendet. «Die Türen sind wirklich geschlossen», sagte er in der Sendung «Telefoot» des französischen TV-Senders TF 1: «Meine Vorgesetzten wollten unbedingt, dass ich bleibe.» Er berichtete zudem, dass es nicht nur ein Angebot von Real Madrid gegeben habe, «sondern auch von Barcelona, Manchester und Chelsea».

Die Fans frohlockten, als Ribéry am Samstag den Rasen betrat, sie lieben den kleinen Franzosen ungeachtet des Sommertheaters um ihn. Van Gaal bremste die Euphorie, reagierte zurückhaltender: «Franck Ribéry fehlt noch die Spielpraxis. Er hatte eine große Aktion, aber auch viele Ballverluste.» Trotzdem brachte Ribéry - ebenso wie der zur Pause für Klose eingewechselte Ivica Olic - Leben in die Allianz Arena. Und seine beste Szene, in der er Olic eine Großchance bescherte (65.), hatte Ribéry über die linke Seite, auf der er sich nach eigener Aussage weiterhin am wohlsten fühlt. Van Gaal aber plant mit ihm im Zentrum und versicherte: «Franck ist offen für die 10.»

Neuland betrat auch Werder in München. Thomas Schaaf ließ sein Team nach dem 2:3-Fehlstart gegen Frankfurt nicht «Bremen-like» (Gomez) offensiv spielen, sondern ungewohnt defensiv. «Wir haben viel geordneter gespielt», meinte der Coach erfreut und befand: «Es war ein Schritt nach vorne.» So sah es auch der Ex-Münchner Tim Borowski: «Wir haben eine hervorragende Team-Leistung abgerufen und das muss unser Erfolgsrezept sein.» Nationaltorhüter Tim Wiese, der vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw glänzend hielt, mahnte trotzdem weitere Transfer-Aktivitäten an. «Ich hoffe, dass noch etwas passiert. Es ist Bedarf da», sagte der Freund des offenen Wortes. Von Klaus Bergmann, dpa

dpa-infocom


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