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Weinpresse (8): "Klick statt plopp"

Über Jahrhunderte galt Kork als einzig denkbarer Verschluss für Wein. Denn Naturkork hat alles, was ein guter Weinverschluss haben sollte.

Er ist luftundurchlässig, geschmacksneutral, elastisch und besitzt eine Lebensdauer von fast 25 Jahren.

Der edle Kork ist aber in die Jahre gekommen. Begrenzte Ressourcen haben die Preise explodieren lassen, die Qualitäten verschlechterten sich stetig, sodass Korkfehler deutlich zunahmen. Ein "Korkschmecker" beruht auf der chemischen Substanz TCA (Trichloranisol). Trichloranisol findet sich in belasteten Korkeichen und führt zu einem widerlich muffigen Gestank, der einen Wein ungenießbar macht. Der Geruch ist sehr intensiv, geübte Weingenießer haben ihn schon ab einer Konzentration von 2-3 ng/l wahrgenommen.

Um solche Korkschmecker auszuschließen, haben viele Winzer begonnen, auf alternative Verschlüsse umzustellen. Dabei werden heute innovative und gebrauchsfähige Systeme verwandt, die unseren ästhetischen Ansprüchen entsprechen und vollkommen luftdicht verschließen. Letzteres beeinträchtigt die Reifung der Weine meines Erachtens nicht. Wie diverse Versuche gezeigt haben, ist in den Flaschen noch ausreichend Sauerstoff vorhanden. International erprobt und lange auf dem Markt ist der Schraubverschluss. Die Schweizer und Australier führten dieses Verschlusssystem in Deutschland ein. Der Vorteil des "Schraubers" ist das unkomplizierte Öffnen und Verschließen der Flasche sowie die stehende Lagerung. Im Rheingau werden besonderes viele Flaschen mit einem Glasverschluss versehen. "Vino-Lok" ist ein Glasstopfen, der mit einem Silikonring für die Dichtigkeit und sicheren Halt in der Flaschenmündung sorgt. Der Verschluss lässt sich ohne Hilfsmittel öffnen: einfach die Folie entfernen, Alukapsel abdrehen und den Glasstopfen mühelos mit einer Hand aufklicken: "Klick statt plopp"! Der Winzer Peter Querbach aus Östrich-Winkel/Rheingau entwickelte vor einigen Jahren die "StainlessCap", ein Flaschenverschlusssystem, bei dem sich - auf den ersten Blick nicht sichtbar - unter der Kapsel am Flaschenhals ein Edelstahlkronkorken verbirgt.

Winzer Martin Tesch aus Langenlonsheim , ein akribischer Querdenker, nutzt seit 2006 Alternativen zu Kork. Er produziert trockene Rieslinge, die ihresgleichen suchen. Gefüllt mit Mineralität, Extrakt, prägnanter Weinsäure und viel Geschmack ist der klare und absolut saubere Stil "gut verschraubt" eine Seltenheit auf dem deutschen Rieslingmarkt! RZ-Wei­nex­perte Alex­ander Kohnen.

RZO