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Erneute Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main - Am deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag erneut Gewinne mitgenommen worden. Auslöser sei eine leichte Enttäuschung bei den wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten gewesen, sagten Händler.

Bei insgesamt dünnen Umsätzen fiel der Leitindex Dax um 0,94 Prozent auf 5.470,33 Zähler, nachdem er bereits am Vortag um rund 0,6 Prozent nachgegeben hatte. Der MDax büßte 1,17 Prozent auf 6.727,24 Punkte ein. Der TecDax sank um 0,85 Prozent auf 697,73 Punkte.

"Im Grunde war es bereits überraschend, dass sich der Dax in der vergangenen Zeit so stabil im Plus gezeigt hat, und das, trotz der hohen Preise für Anleihen und der fallenden Ölpreise", sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank und sprach daher nun von Gewinnmitnahmen. Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba urteilte: "Der Dax hat momentan nicht die nötige Kraft, die massive Widerstandsmarke bei 5.580 Punkten zu überwinden", da schon vieles eingepreist sei.

Unternehmensnachrichten waren weiter dünn gesät und so reagierten Anleger vor allem stark auf Analystenstudien zu Einzelwerten. Ein kritischer Kommentar des US-Bankhauses Bank of America/Merrill Lynch und eine Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die renommierte Rating-Agentur S&P ließen die Anteilsscheine von K+S an das Dax-Ende fallen, wo sie 5,42 Prozent auf 36,27 Euro verloren. Die Kurszielsenkung des Merrill-Lynch-Analyst Andrew Stott von 39 auf 38 Euro fiel zwar moderat aus, doch hatte dieser zugleich geschrieben, dass die Bilanz des Düngemittelherstellers womöglich aufgebessert werden müsste.

Ein Händler sagte zur K+S-Aktienentwicklung daher: "Am Markt wurden durch den Merrill-Lynch-Kommentar Befürchtungen über eine mögliche Kapitalerhöhung ausgelöst." Ein Unternehmenssprecher lehnte einen Kommentar dazu ab. Zu Marktgerüchten gebe der Konzern generell keinen Kommentar ab, sagte er. Ein zweiter Händler meinte: "Dass nun auch S&P sein Rating gesenkt hat und den Ausblick negativ bewertet, passt zu der augenblicklich negativen Stimmung für diese Aktie." Auch die Bayer-Papiere litten mit minus 4,10 Prozent auf 42,32 Euro unter Befürchtungen, dass der Chemie- und Pharmakonzern womöglich eine Kapitalspritze brauchen könnte. Ein Unternehmenssprecher hingegen wies die immer mal wieder aufkommenden Marktgerüchte erneut zurück und kommentierte: "Bayer plant keine Kapitalerhöhung."

Die SAP-Anteilsscheine legten hingegen ungeachtet eines Gerichtsurteils um 1,27 Prozent auf 33,865 Euro zu. Ein US-Gericht verurteilte den Softwarehersteller wegen Patentrechtsverletzungen zu einer Strafe von rund 140 Millionen US-Dollar. Laut Analyst Theo Kitz von der Privatbank Merck Finck ist nicht davon auszugehen, dass sich die Strafzahlung negativ auf die Bilanz von SAP auswirken wird.

Im MDax profitierten die Aktien von Fielmann bei allerdings dünnen Umsätzen von der Veröffentlichung ihrer vollständigen Halbjahreszahlen und stiegen um 3,75 Prozent auf 45,40 Euro. Die Optikerkette hatte bereits bei der Hauptversammlung im Juli erste Eckzahlen vorgelegt. Fielmann scheine mit der Wirtschaftskrise besser zurechtzukommen als viele andere auf Konsum ausgerichtete Unternehmen, urteilte etwa Analyst Stefan Kick von der Berenberg Bank in Hamburg.

dpa-infocom