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Aufwind bei LBBW flaut ab

Stuttgart - Der Aufwind bei der größten deutschen Landesbank LBBW flaut ab. Der Branchenprimus schrieb zwar nach der Rückkehr in die Gewinnzone zu Jahresanfang auch im ersten Halbjahr 2009 weiter schwarze Zahlen.

Allerdings schmolz der Überschuss im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten um 21 Millionen Euro. Während von Januar bis März unter dem Strich noch ein Gewinn von 236 Millionen Euro stand, waren es im ersten Halbjahr noch 215 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr dämpfte LBBW-Chef Hans- Jörg Vetter am Donnerstag die Erwartungen und kündigte eine Verschärfung des Sparkurses an. «Vor uns liegt umfangreiche und harte Arbeit.» Eine konkrete Prognose für 2009 wagte der Manager nicht.

«Wir müssen jetzt die Bank stabil aufstellen, Belastungen eliminieren und schnell die notwendigen Schritte vornehmen», sagte Vetter laut Mitteilung in Stuttgart. «Der Umbau hat begonnen.» Ein Schwerpunkt der Maßnahmen seien umfassende Kostensenkungen. «Die dafür erforderlichen Maßnahmen werden über das bisher beschlossene Kostensenkungsprogramm in Höhe von 210 Millionen Euro hinausgehen», teilte das Geldhaus mit.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Im ersten Halbjahr 2008 gab es ein Minus von 181 Millionen Euro. Die Träger - das Land, die Sparkassen und die Stadt Stuttgart - griffen dem Institut mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien für riskante Wertpapiere in Höhe von 12,7 Milliarden Euro unter die Arme.

Sorgen bereitet der Bank neben den Kosten für diese Hilfen auch eine wegen der Wirtschaftskrise dramatisch noch oben geschnellte Risikovorsorge. Zahlreiche Unternehmen kämpfen mit den Folgen der Krise, dadurch steigt das Risiko möglicher Kreditausfälle. Die Banken wappnen sich dagegen mit einer höheren Risikovorsorge.

Bei der LBBW kletterte dieser Wert zum 30. Juni um 740 Millionen Euro auf 717 Millionen Euro. Falls die schwierige wirtschaftliche Lage weiter anhalte, muss nach Angaben der Bank mit Ausfällen durch Insolvenzen und einem weiteren Anstieg der Risikovorsorge gerechnet werden. Dank der Hilfen der Träger stieg die Eigenkapitalquote der Bank deutlich auf 9,4 Prozent. Zuvor war dieser Wert auf gut sechs Prozent zusammengeschmolzen. Die Eigenkapitalquote spiegelt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und ausgegebenen Krediten wider.

Die Hilfen hat die EU-Kommission allerdings bisher nur unter Auflagen genehmigt. Zur Bedingung hat die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes gemacht, dass die Bank ein umfassendes Restrukturierungskonzept vorlegt. Derzeit arbeite der Vorstand der Bank an dem Konzept, das bis Anfang Oktober stehen soll.

Die LBBW will sich künftig vor allem auf ihr Kerngeschäft mit mittelständischen Unternehmen sowie Privatkunden und Sparkassen konzentrieren. Das risikoreichere Kreditersatzgeschäft soll dagegen abgeschmolzen werden. Teil des Konzepts ist auch ein bereits im Juli beschlossenes Sparpaket. Demnach sollen jedes Jahr 210 Millionen Euro eingespart werden - rund 140 Millionen Euro bei den Sach- und 70 Millionen Euro bei den Personalkosten. Dabei sollen 800 der 13 600 Arbeitsplätze wegfallen, rund 550 davon in Deutschland.

dpa-infocom