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Boeing liefert 787 «Dreamliner» erst Ende 2010 aus

Chicago/New York - Boeing verschiebt die Auslieferung seines neuen problembelasteten 787 «Dreamliner» erneut um fast ein Jahr. Erst im im vierten Quartal 2010 sei mit der ersten Auslieferung zu rechnen, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit.

Zuvor war das erste Quartal kommenden Jahres anvisiert worden. Der erste Testflug soll nun Ende dieses Jahres erfolgen. Das Langstrecken-Flugzeug, für das nach früheren Angaben rund 850 Bestellungen in den Büchern stehen, liegt damit fast drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Boeing plant, Ende 2013 zehn «Dreamliner» pro Monat zu produzieren.

An der Börse wurde die Nachricht vor Handelsbeginn dennoch mit einem kräftigen Kursplus quittiert, da nun endlich ein konkreter Zeitplan vorliegt und die Luftfahrtkrise viele Fluggesellschaften finanziell bluten lässt.

Der Rivale des europäischen Herstellers Airbus kämpfte bei der 787 zuletzt mit noch mehr Problemen als bisher eingestanden. Wegen neuer Fehler musste der Konzern die Produktion von Rumpfteilen Mitte August in einem Werk des italienischen Partners Alenia stoppen. Die Probleme gehen kräftig ins Geld: Im dritten Quartal erwartet Boeing nun eine Vorsteuerbelastung von 2,5 Milliarden Dollar oder 2,21 Dollar je Aktie. Boeing will bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal seine Prognose aktualisieren.

Erst im Juni hatte der Flugzeugbauer völlig überraschend den Erstflug des Langstreckenflugzeugs bereits zum fünften Mal verschoben und einen konkreten Zeitplan für September angekündigt. Boeing bringt mit der 787 ein völlig neues Flugzeug auf den Markt, das fast vollständig auf Kohlefaser-Verbundstoffen beruht statt der herkömmlich Aluminium-Konstruktion. An Gewicht wird dadurch deutlich gespart und damit auch am Kerosinverbrauch. Doch zuletzt häuften sich die Schwierigkeiten mit diesem neuen Werkstoff. Laut Branchenkennern ist das Problem insbesondere in der Verbindung zwischen Rumpf und Flügeln zu suchen.

Der Terminplan des neuen Dreamliners lief Boeing aber vor allem aus dem Ruder, weil der Hersteller aus Zeit- und Kostengründen so stark wie nie zuvor auf Zulieferer setzte. Alenia ist nur einer von Hunderten weltweit. Inzwischen holte der Konzern viele Arbeiten wieder in die eigenen Werke zurück und kaufte dafür sogar auch Zulieferer auf.

Dem Hersteller drohen bisher nicht bezifferte hohe finanzielle Belastungen durch Entschädigungen für Kunden, die auf ihre Maschinen warten. Einige Fluggesellschaften stornierten ihre Bestellungen bereits. Mit zuletzt rund 850 Aufträgen von mehr als 50 Fluggesellschaften ist das Modell aber noch immer das meist bestellte Flugzeug der Konzerngeschichte. Auch Wettbewerber Airbus kämpft bei mehreren Projekten mit massiven Verzögerungen.

dpa-infocom