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DDR-Kultauto soll als Öko-Trabi zurückkehren

Wilkau-Haßlau In der DDR mussten die Menschen oft bis zu 14 Jahre auf ihren eigenen Trabant warten, nach der Wende kam das Kultauto jedoch schnell aus der Mode.

Jetzt will der Spezialfahrzeugehersteller IndiKar aus Wilkau-Haßlau bei Zwickau den Wagen wieder salonfähig machen. Der Trabant NT soll als modernes, umweltfreundliches Stadtauto die Nachfolge des oft belächelten Vorgängers antreten.

Das bis 1991 produzierte Original ist vor allem für den lauten Zwei-Takt-Motor, stinkende Abgase und hohen Schadstoffausstoß bekannt. Der Trabant NT hingegen wird mit einem umweltfreundlichen Elektromotor und einer Lithium-Ionen-Batterie betrieben. Solarzellen auf dem Dach versorgen die Klimaanlage mit Energie. Dadurch soll der Wagen bis zu 250 Kilometer weit fahren können. Zudem ist das Modell mit weniger als 1000 Kilogramm erheblich leichter als viele andere Autos.

Die Entwickler hoffen, dass der «new Trabi» als modernes und innovatives Stadt- oder Zweitauto viele Käufer finden wird. Zum Preis war noch nichts zu erfahren. «Unser Ziel ist die serienreife Entwicklung», sagt IndiKar-Geschäftsführer Ronald Gerschewski. Die ersten neuen Trabis sollen schon 2012 verkauft werden - zu welchem Preis entscheidet sich aber erst, wenn Investoren für die Serienproduktion gefunden sind.

Die Idee für die Neuauflage des Trabis stammt von dem Miniaturmodell-Hersteller Herpa aus dem mittelfränkischen Dietenhofen. Ursprünglich als Marketing-Idee gedacht, präsentierte dieser ein Modell des neuen Trabants im Maßstab 1:10 auf der Internationalen Automobilausstellung IAA 2007. Von 12 000 schriftlich befragten Ausstellungsbesuchern sprachen sich rund 90 Prozent für die Herstellung eines «echten» neuen Trabis aus. Alte Automarken aus der DDR liegen zur Zeit im Trend. Auch der legendäre DDR-Rennsportwagen Melkus RS 1000 wird in Dresden in streng limitierter Anzahl als RS 2000 wieder hergestellt.

Produziert und finanziert wurde der Prototyp des Trabant NT von einem Konsortium, zu dem neben IndiKar und Herpa auch der Automobildesigner Nils Poschwatta, die IAV GmbH und der Glashersteller Polartherm zählen. Die Kosten betrugen nach Angaben von IndiKar mehr als 2,2 Millionen Euro.

Experten sind skeptisch, ob der Erfolg auch wirklich eintritt. Prof. Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft in Bamberg, glaubt, dass der Trabant nicht mehr zeitgemäß ist und eine Neuauflage vermutlich keinen großen Absatzmarkt findet. Der Trabi sei heute nur ein Nostalgieauto für Liebhaber.

Ähnlich beurteilt das auch Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch-Gladbach in Nordrhein-Westfalen. «Ich denke nicht, dass das Modell Erfolg haben wird, denn für die industrielle Produktion braucht es zahlreiche Investoren und die werden vermutlich eher mit Zurückhaltung reagieren», meint er.

Der Verband der Automobilindustrie will sich zu den Erwartungen nicht äußern. «Wir freuen uns, dass die Premiere auf der diesjährigen IAA vom 17. bis 27. September in Frankfurt am Main stattfinden wird», sagt VDA-Sprecher Eckhardt Rotter.

Weitere Infos zur Automesse: www.iaa.de Von Franziska Pester, dpa

dpa-infocom


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