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Ardennen-Achterbahn: Vettel muss Talfahrt stoppen

Spa-Francorchamps Aufgeben gibt's nicht: Sebastian Vettel denkt gar nicht daran, nach den jüngsten Rückschlägen zu irgendeinem Zeitpunkt sein Ziel zu korrigieren.

«Niemals, ich will Weltmeister werden und Rennen gewinnen», sagte der Heppenheimer Formel-1-Pilot der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem Großen Preis von Belgien. Auch von den zwei «Nullnummern» in Budapest und Valencia will sich Vettel im WM-Rennen nicht aus der Spur werfen lassen. «Rückschläge gehören dazu. Aber es zeichnet sich immer wieder der aus, der sie verkraften kann», betonte der Red-Bull-Pilot.

Sein Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button beträgt 25 Punkte. 60 Zähler sind maximal in dieser Saison noch zu holen. «Ich glaube an mich und ich glaube an uns als Team. So leicht geben wir nicht auf, auch wenn es jetzt schwieriger ist», sagte Vettel. Das Motoren-Malheur von Valencia hat der Heppenheimer auch bereits verdaut. «Ich werde alles geben und kämpfen bis zum Schluss», kündigte er an.

Für Spannung ist beim 12. von 17. Saisonläufen also gesorgt, dabei steht Spa-Francorchamps ohnehin für Rennspektakel in Reinkultur, inklusive möglicher Regenkapriolen. «Die Rennen hier habe ich früher im Fernsehen verfolgt und deswegen sind diese Kurse für mich etwas Besonderes; man kann sich richtig vorstellen, wie die großen Fahrer von einst hier Rennen gefahren sind», schwärmt Weltmeister Lewis Hamilton, auch wenn die Gefühlslage des McLaren-Mercedes-Piloten selbst im vergangenen Jahr zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt schwankte. Er gewann das Rennen auf der Strecke, auf der Rekordweltmeister Michael Schumacher sein Formel-1-Debüt gegeben und anschließend ein halbes Dutzend Mal gesiegt hatte, bekam ihn nachträglich aber wegen Abkürzens in einer Schikane aberkannt.

Ob Hamilton im Duell der «Brawnies» mit Mercedes-Motoren und den Red Bulls, die im kommenden Jahr statt von Renault- auch von Aggregaten aus dem Ländle angetrieben werden könnten, mitentscheidend sein könnte, spielt für die Teamverantwortlichen keine Rolle. «Wir überlegen uns nicht, ob wir das Zünglein an der Waage sein könnten», betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. «Wir werden weder für Brawn, noch für Red Bull fahren.»

Während Vettel mit aller Macht seine Titelambitionen wahren und Primus Button nach vier Rennen ohne Podiumsplatz wieder mindestens unter die Top drei rasen will, schlägt am Ende des Feldes für Luca Badoer die Stunde der Wahrheit. Noch so eine Pleite wie in Valencia, als der 38 Jahre alte italienische Ersatz des verunglückten Felipe Massa dem Feld hinterhertuckerte, kann sich Ferrari nicht erlauben. Dann ist Schluss mit lustig, zumal es danach beim Heim-Grand-Prix in Monza richtig ernst wird. Kandidaten sind schon in Stellung, der Deutsche Nico Hülkenberg erklärte auch seine Bereitschaft.

Selbst Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen, der 2005, 2006 und 2007 auf dem belgischen Kurs gewann, klingt vor dem neuerlichen Kräftemessen beim Klassiker in den Ardennen allerdings recht verhalten. «Spa war für mich für gewöhnlich immer gut, aber ich weiß nicht, ob es im Moment für unser Auto gut ist», meinte der finnische Ex-Weltmeister.

Echte Zuversicht klingt so: «Spa sollte gut für das Team sein. Dieser Kurs wird besonderes zu unserem Auto passen, weil wir ein starkes Aerodynamik-Paket für schnelle Kurven haben», sagt Nico Rosberg. Nach drei fünften und zwei vierten Plätzen in den vergangenen fünf Rennen freut sich der Wiesbadener Williams-Pilot daher ganz besonders auf den Grand Prix «Mitten im Niemandsland», bei dem der Glamour-Faktor eher weniger zum Tragen kommt. Für Timo Glock im Toyota und Nick Heidfeld im BMW-Sauber geht es darum, weitere Punkte auch im Kampf um neue Verträge zu sammeln, Adrian Sutil will im Force India seinen starken 10. Rang von Valencia mindestens bestätigen.

Das wäre für Vettel freilich zu wenig. Will der 22-Jährige mit bislang 47 Punkten Boden gut machen auf Button (72) und Barrichello (54) und im teaminternen Duell Mark Webber (51,5) wieder überholen, muss er nicht nur um, sondern den Sieg auch einfahren. Wenn der Motor hält, und sich nicht wie in Valencia gleich binnen zwei Tagen zwei Triebwerke verabschieden, könnte es ja auch vielleicht klappen. Wenn nicht, behält Button wohl endgültig recht: «Er ist jetzt mein härtester Gegner», sagte er in Valencia - und meinte Sieger und Teamkollege Barrichello. Von Jens Marx, dpa

dpa-infocom


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