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RZ-Wein-Kolumne

 

Wein-Presse (11): Herbstbotschafter in Sachen Wein

Winzer und Geschäfte preisen jetzt "Düser", "Sauser", "Bitzler", "Sturm", "Rauscher" oder den "Neuen Wein" an.

Den gärenden Traubenmost gab es früher wegen der geringen Haltbarkeit nur in Weinregionen. Heute hat der Herbstbote unter dem Begriff Federweißer überall Freunde.

Die Frage, woher der Name Federweißer kommt, lässt sich gut mit einem Glas gärenden Traubensafts (Most) vor Augen beantworten: Die milchig-weiße Färbung des Getränks, das durch freiwerdende Kohlensäure mit Leben erfüllt ist, erinnert an den Tanz vieler kleiner Federn.

Die süffige Spezialität ist ein Produkt aus frischem Traubensaft und zugesetzter Hefe. Die im Most enthaltenen Zuckerarten Glucose und Fructose werden in Alkohol und Kohlensäure gewandelt. Ab einem Alkoholgehalt von etwa vier Prozent wird Federweißer verkauft. Durch die fortschreitende Gärung lässt sich der Federweiße nur kurz lagern. Eine kühle Temperatur verlangsamt die Fermentation und erhält den trockenen, sauren Geschmack. Weil ständig neues Kohlendioxid gebildet wird, dürfen die Gefäße nicht luftdicht verschlossen werden. Denn der Druck ist so groß, das die Behältnisse bersten könnten. Der Federweiße muss nach den Maßgaben der EU stets frisch in den Verkehr gebracht werden, die Mostgärung darf also nicht durch Konservierung unterbrochen werden.

Für mich ist der Ursprung des Federweißen besonders wichtig. Deshalb lese ich immer aufmerksam das Etikett. Nur "Federweißer" bedeutet: Das Erzeugnis kann aus allen Weinregionen Europas kommen. Deutscher Federweißer kann aus allen deutschen Weinregionen kommen, und ein Federweißer mit regionaler Bezeichnung wie Pfälzer Federweißer kommt zu 100 Prozent aus diesem bestimmten Anbaugebiet. Je näher das Gebiet bezeichnet ist, desto besser die Qualität. Ein Federweißer riecht angenehm hefig, meistens nach frischgebackener Brioche oder Biskuits. Der Geschmackseindruck ist frisch, fruchtig und süß. Federweißen kann man mit einfachem regionalen und deftigen Essen kombiniern. Ein Vesperteller mit Landbrot, Pfälzer Saumagen oder Zwiebelkuchen sind klassisch. Walnüsse harmonieren perfekt zum Federweißen! Wer gerne backt, sollte den Apfel-Walnuss-Kuchen unter www.koch-rezepte.de probieren.

RZO