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Wein-Presse (10): "Schliffe, Gravuren und Färbungen stören"

Bei den Weingläsern ist seit mehr als 4000 Jahren Vielfalt angesagt. Mit den wachsenden Ansprüchen der sich im 18. Jahrhundert entwickelnden Tafelkultur bekam die dekorative Ausgestaltung von Weingläsern wachsende Bedeutung. Heute stehen die Ästhetik und die Funktionalität eines Glases im Vordergrund.

Die Funktion eines Glases kann das Aroma und den Weingeschmack erheblich verstärken. Für die sichere Beurteilung von Farbe und Reinheit eines Weines sorgt ein klares und farbloses Glas mit glatter Oberfläche. Je feinwandiger ein Glas, desto sauberer und einprägsamer ist der Geschmack des Weines. Schliffe, Gravuren oder gar gefärbtes Glas wirken sich eher störend aus.

Tulpenförmige Gläser eignen sich besonders für Schaum- und Perlweine, weil sich der Schaum an den dünnen, relativ hohen Wänden gut aufbaut und die Kohlensäure sich nicht so schnell verflüchtigt. Junge Weißweine ohne Lagerung im Holzfass benötigen eine konkave Kuppa, also einen Kelch, der sich am Rand verjüngt oder leicht schließt. Das Bouquet bleibt so im Glas und wird von der Nase besser aufgenommen.

Rotweine und Weißweine aus dem Barrique verlangen mit ihren üppigen Aromen nach einem größeren bauchigen Kelch mit großer Öffnung, die dafür sorgt, dass mehr Sauerstoffaustausch entsteht und sich der Wein beim Trinken in der Mundhöhle verteilt. Die süßen, in kleinen Mengen getrunkenen Dessertweine kommen in einem eher kleineren Kelch mit nach außen gewölbter Glaslippe am besten zur Geltung. Der süße Geschmack wird dadurch besonders auf der Zungenspitze wahrgenommen.

Nehmen Sie sich Zeit für einen kleinen Test. Unser Kandidat ist der 2008 Chardonnay "S" vom Weingut Marx in Windesheim. Dieser Weißwein benötigt ein großes bauchiges Weinglas zur perfekten Geruchs- und Geschmacksentfaltung. Er verfügt mit seinen 12,5 Prozent Alkohol über eine feingliedrige Aromenvielfalt und ist gut strukturiert. Im Duftspektrum finden Sie Birnen, Mango, Papaya, etwas Karamell, Vanille und Lindenblüten. Ein kräftiger Geschmack unterstreicht die Dichte des Weines.

Tipp: Ein Glas nimmt mit der Zeit den Geruch der Umgebung an. Steht ein Glas etwa neben Gewürzen oder Kaffee, sollten Sie die Gläser vorm Gebrauch mit etwas Wein ausschwenken.

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RZO