pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Leute

Bundestagswahl verspricht Spannung

Berlin - 62,2 Millionen Bundesbürger sind am 27. September dazu aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen.

Mit Spannung wird erwartet, ob Union und FDP die von ihnen angepeilte schwarz-gelbe Mehrheit erreichen - oder ob der SPD ähnlich wie 2005 eine Aufholjagd gelingt, die ihr einen Verbleib in der Regierung sichert.

Um die rund 600 Abgeordnetensitze im Bundestag konkurrieren 3556 Bewerber von insgesamt 28 Parteien. Die Parteien buhlen bis zur letzten Minute vor allem um die große Zahl unentschlossener Wähler. Umfragen zufolge sollen 30 Prozent der Wahlberechtigten noch nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben wollen. Das macht Prognosen zum Ausgang schwer - 2005 sorgte ein Umschwung in letzter Minute für ein überraschend starkes SPD-Abschneiden, die Umfrageinstitute lagen kräftig daneben.

In den jüngsten Erhebungen kommen CDU/CSU auf 35 bis 37 Prozent, die SPD würde 23 Prozent erreichen. Die FDP käme auf 14 bis 15 Prozent. Die Grünen landen bei 11 bis 13 Prozent. Die Linke 10 bis 11 Prozent. Dabei würde es derzeit knapp für Schwarz-Gelb reichen.

Auch angesichts der historischen Wirtschafts- und Finanzkrise verlief der Wahlkampf bisher vergleichsweise zahm. Themen wie die sogenannte Dienstwagen-Affäre von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und das umstrittene Essen im Kanzleramt für den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, interessierten oft mehr als die Diskussion über die besten Konzepte zur Krisenbewältigung. Auch die Debatte über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr spielte bislang kaum eine Wahlkampf-Rolle. Das könnte sich nach dem am Freitag von der Bundeswehr bei Kundus angeordneten Luftangriff mit Dutzenden Toten nun ändern.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederholt vor, die Wähler über ihre Absichten im Unklaren zu lassen. «Nur auf roten Teppichen flanieren - das ist auf Dauer zu wenig.» Merkel bekräftigte trotz Kritik auch aus den eigenen Reihen, bei einem zurückhaltenden Wahlkampfstil bleiben zu wollen. Laut einer Umfrage schenken zwei Drittel der Bundesbürger den Wahlversprechen der Parteien keinen Glauben.

Zuletzt wurde der Wettstreit der Parteien geprägt durch den Ausgang der Landtagswahlen in Sachsen, dem Saarland und Thüringen, wo es bis auf in Sachsen nicht für Schwarz-Gelb reicht. Im Saarland kann es zur ersten Regierungsbeteiligung der Linken im Westen kommen - das Zugehen der SPD auf die Linkspartei bescherte der Partei scharfe Vorwürfe von CDU, CSU und FDP. Zu einer Neuauflage der «Roten- Socken»-Kampagne der Union soll es aber nicht kommen. Die SPD-Spitze schließt ein Bündnis mit den Linken im Bund nach der Wahl am 27. September kategorisch aus.

Nach zum Teil höheren Wahlbeteiligungen bei den jüngsten Landtagswahlen wird gehofft, dass auch im Bund der Trend zu einer immer geringeren Beteiligung gestoppt werden kann. Die Rekordmarke lag 1972 bei 91,1 Prozent, 2005 waren es nur noch 77,7 Prozent.

dpa-infocom