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Britischer Befreiungsschlag: Telekom mit Partner

Bonn/London Auf dem britischen Mobilfunkmarkt holt die Deutsche Telekom zum Befreiungsschlag aus: Statt Rückzug planen der Bonner Konzern und die France Télécom gemeinsam den Aufbau eines neuen Marktführers.

Die beiden Mobilfunktöchter T-Mobile UK und Orange UK sollen in ein Joint Venture eingebracht werden, kündigten beide Unternehmen am Dienstag an. Die Verhandlungen laufen bereits. Ein Vertrag soll Ende Oktober unterschrieben werden. Dann steht noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Der neue britische Mobilfunkriese und Branchenprimus soll es mit 28,4 Millionen Kunden auf 37 Prozent Marktanteil bringen.

«Wir haben mit diesem Gemeinschaftsunternehmen die beste unternehmerische Entscheidung für die Deutsche Telekom und ihre Aktionäre getroffen», sagte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges in einer Telefonkonferenz. Monatelang war über einen Verkauf der angeschlagenen britischen T-Mobile spekuliert worden. Als Interessent wurde zuletzt auch die Vodafone-Gruppe genannt.

In der Finanzwelt wird der Vorstoß unterschiedlich bewertet. Während Merck-Fink-Analyst Theo Kitz von einem Kompromiss spricht, hält Frank Rothauge von Sal. Oppenheim das Gemeinschaftsunternehmen für eine vernünftige Lösung. Ein Verkauf der britischen Tochterfirma, die die Telekom vor genau zehn Jahren damals noch unter dem Namen One2One für rund 10 Milliarden Euro erworben hatte, hätte nach Angaben von Experten rund 4 Milliarden Euro erbringen können.

Soviel versprechen sich die Unternehmen nun allein an Synergien. «Das Einsparpotenzial ist sehr hoch», sagte Höttges. Operative Kosten und Investitionen sollen gesenkt werden, aber es werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt schätzt die Telekom die Kosten der Integration bis 2014 auf eine Summe von rund 900 Millionen Euro. Gleichzeitig setzt sich France-Télécom-Finanzchef Gervais Pellissier ambitionierte Ziele: Das Joint Venture werde eine höhere EBITDA-Marge als die derzeitigen Marktführer erzielen. Die Marken T-Mobile UK und Orange UK sollen nach etwa eineinhalb Jahren vom Markt verschwinden.

Künftig werden Telekom und France Télécom jeweils 50 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, Vorstand und Aufsichtsrat werden jeweils zur Hälfte von Managern der beiden Gesellschaften besetzt. Vorstehen wird dem Joint Venture allerdings ein Franzose, der bisherige Orange-UK-Chef Tom Alexander. Auch finanziell schneidet France Télécom nach Meinung von Analysten etwas besser ab: Beide Unternehmen geben jeweils ein Darlehen von 625 Millionen Pfund, France Telecom darf außerdem 1,25 Milliarden Pfund Schulden einbringen. Damit sollen beide Mobilfunkfirmen auf eine gleiche Basis gestellt werden.

Eine Lösung für die britische Tochter hatte die Telekom bitter nötig. Im ersten Quartal musste sie 1,8 Milliarden Euro auf den Firmenwert abschreiben, allein im ersten Halbjahr verlor T-Mobile UK 200 000 Kunden. Gleichzeitig stehen die Unternehmen unter dem Druck in neue Netze für mobile Datendienste zu investieren. Wie in Deutschland werden dafür zum Jahreswechsel neue Mobilfunkfrequenzen versteigert.

dpa-infocom


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