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Spiele im Freien: Koordinationstraining mit Spaß

Wuppertal/Hamburg Sport-Spiele auf der grünen Wiese haben im Sommer Hochsaison: Federball oder Indiaca, Boule oder Kubb, Frisbee oder Bumerang lassen sich fast überall spielen.

Der Nutzen ist vielfältig: Sie sind kommunikativ und haben einen hohen Unterhaltungswert, gleichzeitig dienen sie der körperlichen Fitness. «Sie werden an der frischen Luft ausgeübt, sind mit mehr oder weniger intensiver Bewegung verbunden und schulen vor allem die Koordination», fasst Theodor Stemper, Sportwissenschaftler an der Universität Wuppertal, zusammen.

Rückschlagspiele: Bei Softball , Federball und Tischtennis kommt es vor allem darauf an, mit der Fläche eines Schlägers einen Ball zu treffen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. «Das trainiert alle Arten von Koordination», erläutert Stemper. Bei moderater Spielweise werden Kreislauf und Gelenke nur mäßig beansprucht. «Wird jedoch sehr herausfordernd gespielt, so ist mehr Kondition gefordert.» Voraussetzung für alle Rückschlagspiele ist eine ebene Fläche. Sie sollte möglichst frei von Stolperfallen wie Erdlöchern sein.

Zielspiele: Unter den Zielspielen ist Boccia mit Abstand am bekanntesten. Varianten sind das französische Boule und nordische Spiele wie Kubb. Gemeinsam ist ihnen: Kugeln werden zum Beispiel auf Sand, Rasen oder festgestampftem Boden - so gerollt, dass sie ein bestimmtes Ziel treffen. «Beim Kauf der Geräte sollte man das Material der Kugeln im Blick haben», empfiehlt Ulrich Brodowski, Produktmanager beim Versandhandel Sport-Thieme in Grasleben bei Braunschweig. Eine preiswerte Kunststoffkugel mit Sandfüllung habe ein ganz anderes «Schussverhalten» als eine Stahlkugel oder eine Holzkugel.

Auch bei Zielspielen werden vorrangig Koordination und Geschicklichkeit, aber auch Konzentrationsfähigkeit geschult. «Als Gesundheitssport schlechthin kann man diese Spiele nicht bezeichnen. Aber: Wenn der Rücken gesund ist, ist nichts dagegen einzuwenden», sagt Michaela Hombrecher von der Techniker Krankenkasse in Hamburg. Letztlich sei jede Bewegung besser als keine Bewegung.

Wurfspiele: Im Zuspiel eingesetzt, trainieren Wurfteller, Bumerang und Co. vor allem die Koordination. Bei ambitionierten Werfern werden sie jedoch schnell sehr laufintensiv und gute Trainingsmöglichkeiten für Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft. Traditionelle Wurfscheiben bestehen aus festem Kunststoff. «Eine Standardscheibe hat einen Durchmesser von 21 oder 22 Zentimetern und wiegt etwa 140 Gramm», sagt Brodowski.

Leichtere Scheiben gelten als trickwurftauglicher, sind aber auch windempfindlicher. Schwere Scheiben lassen präzisere Würfe zu, sind weniger empfindlich, erfordern aber auch mehr Kraft beim Werfen. Wesentlich langsamer als Wurfscheiben sind weiche Nylonteller, die mit einem Bleiband stabilisiert werden. «Wird viel auf hartem, möglicherweise asphaltiertem Untergrund gespielt, so scheuert dieser Rand leicht auf», warnt Brodowski. Nichts für Ungeübte: Trendsport Slacklining Zwischen zwei stabilen Bäumen wird in Kniehöhe ein schmaler Gurt gespannt und mit Hilfe einer Ratsche befestigt - fertig ist die sogenannte Slackline. Dann beginnt der Balanceakt. Anders als der Schwebebalken federt das Band nach. Beim «Slacklining» ist daher ein dynamisches Gleichgewicht Voraussetzung. Und wenn der Fuß mal daneben tritt, ist Beweglichkeit und geschicktes Abfangen oder Abrollen gefragt. «Slacklining ist nur etwas für körperlich trainierte Leute», bilanziert der Sportwissenschaftler Theodor Stemper. Und auch die sollten sich anfangs an der Hand eines Begleiters festhalten. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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