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Schmerzpatient von Beschwerden gezielt ablenken

Hamburg Ablenkung ist ein gutes Mittel, um Schmerzen zumindest zeitweise zu vergessen.

Zwar sollte ein Schmerzpatient immer selbst die Vorgaben machen, inwieweit seine Umwelt auf seine Beschwerden eingeht.

Das sagte Renate Klinger von der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Hamburg dem dpa-Themendienst. Aber oft sei es auch sinnvoll, wenn zum Beispiel die Familie den Betroffenen gezielt ablenkt und betont, was er alles noch schafft. «Schauen Sie auf die nicht-schmerzbezogenen Aktivitäten», rät die Expertin.

Wichtig ist grundsätzlich, chronischen Schmerzpatienten nicht zu viele Dinge abzunehmen. Als Beispiel nennt Klinger Menschen mit Fibromyalgie: Sie haben Schmerzen am ganzen Körper und damit einhergehend oft seelische Symptome wie Ängstlichkeit oder Depressionen. Wird ihnen zu viel erspart, bestehe die Gefahr, dass sie eine «passive Schonhaltung» einnehmen. Und kämpft jemand mit Hilfe seiner Schmerzen sehr stark um Beachtung, stellt sich laut Klinger immer die Frage, warum derjenige dies macht. Hier könne eine Psychotherapie eventuell weiterhelfen.

dpa-infocom


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