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Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Vierpföter-Besuche sind beliebt im Seniorenheim

Aschersleben (dpa) ­ Nele und Panja ist ihre Freude anzusehen: Schwanzwedelnd laufen die Hündinnen im Stuhlkreis umher, lassen sich hier einen Leckerbissen geben und dort den Kopf kraulen.

Um sie herum sitzen die erwartungsfrohen Bewohner des Ascherslebener Seniorenheims «Villa Richter». Mancher von ihnen kann sich zwar nicht mehr äußern, doch die meisten strecken ihre Hand nach den Hovawart-Hunden aus. «Oh!», sagt eine Bewohnerin etwas ängstlich, als Christine Linstedt, der die zutraulichen Tiere gehören, einen Cracker in ihre Hand legt. Ganz vorsichtig nimmt sich die siebenjährige Nele das Futter aus der Hand, die etwas zurückzuckt, als die nasse Hundeschnauze sie berührt. «Und, Frau Grohmann, war es schlimm?», fragt Christine Linstedt beruhigend. Natürlich nicht: Elisabeth Grohmann ist noch lange damit beschäftigt, das schwarze Fell von Nele zu streicheln.

«Die Hunde sollen den Alltag der Bewohner etwas auflockern», sagt die Halterin, die früher als Krankenschwester gearbeitet hat. Und Altenpflegerin Margit Weschta berichtet: «Wenn man sagt, heute ist Donnerstag, dann heißt es immer ganz fröhlich: 'Ach, da kommen ja die Hunde'.» Neben der Freude wecken die Tiere auch Erinnerungen bei den alten Menschen ­ zum Beispiel, wenn sie früher selbst einen Hund besessen haben. Wie die 82-jährige Ernestine Merker, die unermüdlich lächelt, als Nele und Panja zu Gast sind. «Wir haben früher auch Hunde gehabt», erzählt sie. Die 20-jährige Lisa Mothes, angehende Ergotherapeutin, hat besondere Wirkungen der regelmäßigen Besuche beobachtet: «Wenn die Hunde da sind, werden die Bewohner zur Bewegung motiviert und es regt ihre Gespräche untereinander an.»

Seit mittlerweile sieben Jahren kommt Linstedt ehrenamtlich in das Seniorenheim. «Wenn ich es schaffen würde, könnte ich die ganze Stadt hier versorgen», sagt sie mit Blick auf die große Nachfrage. Ende der 90er Jahre stieß die Züchterin bei Hovawart-Freunden in den USA erstmals auf Besuchshunde. Sie schloss sich dem im Jahr 2000 in Berlin gegründeten Verein «Hunde im Sozialdienst» an, der etwa 80 Mitglieder hat.

Mit einem speziellen Wesenstest wird geprüft, ob die Hunde für solch eine Aufgabe geeignet sind. Schließlich verlangt diese absoluten Gehorsam. «Sie müssen zum Beispiel mit einer fremden Person mitgehen oder sich Futter aus dem Maul nehmen lassen, ohne zu knurren», so Linstedt. Nele und deren hochträchtige vierjährige Tochter Panja sind schon Hund Nummer drei und vier, die diese Ausbildung mit ihr absolviert haben und einmal wöchentlich die Senioren besuchen. Wenn die Welpen da sind, werden auch sie im Alter von etwa sieben Wochen einmal mit in die «Villa Richter» kommen. «Sie sollen frühzeitig geprägt werden», sagt Linstedt.

Die Nachfrage nach Tierbesuchsdiensten sei weit größer als das Angebot, sagt die in München tätige Ärztin Anke Prothmann, die sich in ihrer Arbeit intensiv mit Mensch-Tier-Beziehungen beschäftigt hat. «Besonders in den ostdeutschen Ländern gibt es noch Nachholbedarf», sagt sie. Wichtig sei, dass das Tier an sich nicht als Therapie angesehen werde, sondern als unterstützendes Element. Geeignet seien Tiere, die menschenfreundlich und nicht schüchtern sind. Das könnten auch Pferde, Schweine oder Katzen sein. Die Tiere könnten die Befindlichkeiten der Menschen deutlich verbessern und Ängste mindern, sagt die Expertin. «Die Patienten sind kommunikativer, ausgeglichener und können sich besser konzentrieren.»

Hunde im therapeutischen Einsatz: www.hundeimsozialdienstev.de

Tiere helfen Menschen: www.thmev.de Von Antonie Städter, dpa

dpa-infocom


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